Der tropfende Weihnachtsbaum

Hoppla, schon ist Weihnachten! Das ging ja wieder schnell! Gestern Abend habe ich noch schnell das Bäumchen vom Balkon durch das Schlafzimmer, über das Bett und durch den Flur in die gute Stube getragen, die grünen Zweige durch drei Türen gequetscht und ihn dann unter großen Kateraugen in den schweren Ständer gestellt. Mit dem Fußhebel noch fixieren – und fertig! Den Baumständer muss man mit Wasser füllen, damit der Baum auch ein paar Tage durchhält, also hole ich eine Wasserflasche und gieße den Inhalt in den Fuß. Und noch eine Flasche. Und noch eine. Da passt eine Menge Wasser rein! Als der Ständer endlich voll ist, ziehe ich die neue LED-Lichterkette hervor und spanne sie schonmal rund um den Baum – Plitsch! – als mein Weihnachtsengel mich anruft, weil sein Zug mal wieder gestrandet ist – Platsch! – und ich ihn abholen soll. Wo kommt das ganze Wasser her??

Plötzlich wird es hektisch in unserem Wohnzimmer. Die Kater versuchen, die Wasserpfütze, die sich vom Tannenbaumständer her über den Dielenfußboden ergießt, aufzuschlabbern, während Lacarian über den Flur ins Bad stürmt, um Handtücher zu besorgen. Aber alles Aufwischen hilft nichts, denn unter dem Ständer fließt es einfach weiter. Also den Baum aus dem Ständer gehoben, auf die Seite gelegt und den übervollen Weihnachtsbaumständer in die Badewanne geleert. Dann schnell zurück in die gute Stube und das restliche Wasser aufgewischt. Ich muss los, meinen Engel abholen! Aber der Baum kann ja jetzt nicht so auf der Seite liegen bleiben. Also schnell den Baumständer wieder reingetragen, nur noch halb mit Wasser gefüllt und den Baum wieder eingespannt. Nicht ganz gerade, aber das kann man ja später noch korrigieren…

Als Engelchen und ich später wieder daheim sind, ist der Boden zum Glück schon fast wieder getrocknet. Also richten wir das Bäumchen nochmal aus und verteilen die Lichterkette in den Zweigen. Als wir sie einschalten, sehen wir den Baum kaum mehr, weil 200 LED-Lampen ziemlich viel Licht machen… Dennoch beschweren wir die Tannenzweige mit allerhand Kugeln, Glitzer-, Stroh- und Schokoladenschmuck und stecken zu guter Letzt noch einen silbernen Stern auf die Spitze. Als wir den fertigen Weihnachtsbaum so betrachten, ringsherum tonnenweise Verpackungsmüll, wünschen wir uns zwei Sonnenbrillen, um den Lichterglanz auszuhalten. Aber unseren beiden Katern gefällt’s, überall baumeln Kugeln herunter und so ein Tannenbaum riecht ja auch noch gut.

Den heutigen heiligen Abend werden wir zu Hause verbringen, mit Ente und Wein und Weihnachtsmusik. Morgen steht dann der erste Besuch bei meiner und am Montag dann der zweite bei Engels Familie an. Das wird schön, aber auch schön anstrengend.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich frohe Weihnachten!

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