Das stumme Geburtstagskind

Wie schade, das Wochenende ist schon wieder rum. Ich könnte eigentlich noch eines gebrauchen. An diese kurzen Tage kann ich mich nie gewöhnen und ich blicke der Wintersonnenwende am 22. Dezember entgegen! Dann endlich werden die Tage ganz langsam wieder länger. Bis dahin versuchen wir mit ein wenig stimmungsvoller Beleuchtung der Finsternis dieser Jahreszeit entgegenzutreten.

Dazu haben wir am Samstagmittag den Pappkarton mit der Weihnachtsdeko aus dem Keller geholt. In der Enge des Verlieses hat leider die eine oder andere Glaskugel dran glauben müssen und wurde kurzerhand aussortiert. Ein paar intakte Kugeln schmücken jetzt den Adventsteller, während in den Fenstern eisblaue Lichter die Dunkelheit vertreiben.

A propos eisblau. Mit elf Grad sind wir von Eis und Schnee heute wieder ziemlich weit entfernt, obwohl der November schon in den letzten Zügen liegt. Stattdessen wird die Marzipanstadt von stürmischen Winden, Regenschauern und ganz vielen grauen Wolken belagert.

Gestern Abend waren wir zu Emmas Geburtstagsparty eingeladen. Und weil wir Geschenke immer last-minute einkaufen, mussten wir am Samstag noch in die Innenstadt. Das war vielleicht ein Trubel! Wir hätten den Bus statt den Wagen nehmen sollen, denn erst das fünfte Parkhaus am falschen Ende der City hatte noch freie Plätze. Wir hätten’s eigentlich wissen müssen. So mussten wir uns durch das dichte Gedränge der Fußgängerzone schieben, in der es seit einer Woche wieder Bratwurst, gebrannte Mandeln und Glühwein gibt. Trotz des übellaunigen Wetters zieht es wieder hunderttausende Menschen in unsere Stadt.

Wir strahlen dem Geburtstagskind entgegen, als es uns die Wohnungstür öffnet. Aber warum hält uns Emma ein Zettelchen entgegen, auf dem steht, dass sie sich freut, uns zu sehen?? Der nächste Zettel gibt Auskunft: Sie leidet an einer Kehlkopfentzündung und darf nicht sprechen. So ein Mist! Folglich hüllt sie sich den ganzen Abend lang in Schweigen. Dabei freut sie sich doch immer lautstark über lustige Geschenkideen. So mussten also alle anderen die fehlende Konversation auffangen und zwischen Hot-dog und cuba libre die neuesten Erlebnisse austauschen.

Am heutigen Adventsmorgen kamen mein Engel und ich dann auch erwartungsgemäß schleppend aus den Betten, und auch nur, weil die Kater ihrem Verlangen nach Frühstück allmählich erbarmungsloser Ausdruck verliehen. So plätscherte dann der erste Advent auch recht ereignislos vor sich hin.

Bleibt nur noch, allen einen schönen ersten Advent zu wünschen!

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