Das Schönste am Sport

Autsch! Einer meiner guten Vorsätze für das frische Jahr hat einen bedeutenden Nachteil: Er verursacht ungeheuren Muskelkater! Am Dienstag habe ich begonnen, Badminton mit meiner Freundin Betty zu spielen. Sie holte mich von der Arbeit ab und wir radelten gemeinsam zum „Johanneum“ in der östlichen Altstadt. Und dann: Flashback! Schon beim Betreten des Sporttraktes der alten Schule empfing mich ein Geruch, der mich in meine eigene Schulzeit zurückversetzte. Die Umkleideräume und die Sporthalle selbst sahen genauso aus, wie damals in meiner Schule – nur älter. In der Halle mit den vielen farbigen Linien auf dem Boden herrschte Hochbetrieb. Ich glaube, es waren zwölf Badminton-Netze gespannt und überall waren Spieler, die den Ball hin- und herschlugen. Ein Feld war noch frei, das nahmen wir uns. Zuerst ließ ich mir die Regeln erklären, ganz grob erstmal um zu wissen, welche Linien unsere waren, von wo man aufschlagen und wo man hinspielen musste. Dann folgte ein lockeres Hin und Her, von dem wir uns Schläger- und Ballgefühl erhofften. Von unserer Spieltechnik ermuntert wurden wir schon bald zu einem Doppel herausgefordert, das wir, die wir schon ziemlich außer Atem waren, gern annahmen. Betty und ich auf der einen und unsere Herausforderer auf der anderen Seite des Netzes begann ein Match, bei dem wir uns sogar ganz gut schlugen. Gewonnen haben wir nicht, aber fürs erste Mal gegen zwei erprobte Spieler war die Niederlage ermutigend knapp. An dieser Stelle hätten wir mit dem beinahe triumphalen Gefühl aufhören sollen, dann wäre es nicht zu dem erniedrigenden zweiten Doppel gegen zwei Anfänger gekommen, die uns sprichwörtlich vom Platz fegten.

Der Muskelkater hatte es eilig und wartete keine zwei Tage, wie sonst, sondern eine halbe Nacht, bevor er es sich bei mir so richtig bequem machte. Schmerzen im Schlag- und im Gegenarm, im Nacken – und im rechten Fuß, bei dem es sich aber eher nach einer Bänderdehnung anfühlte. Beim nächsten Mal sollte ich mich vielleicht mit dem Körpereinsatz etwas zurückhalten. Zwei Tage später, folglich am Donnerstag, stand der reguläre Besuch im Fitnessstudio auf dem Programm. Den guten Vorsätzen folgend (und auf mehr Fitness fürs Badminton hoffend) legte ich mich richtig ins Zeug. Das Aufbauprogramm absolvierte ich unter einem ausgewachsenen Muskelkater – aber tapfer! Während der letzten Male habe ich das Kardio-Programm stets konsequent ausgelassen, was sich am Dienstag dann ja auch deutlich ausgewirkt hat. Das habe ich mir zu Herzen genommen und mich am Ende noch eine halbe Stunde auf dem Fahrrad ausgetobt. 15 Kilometer später fühlten sich meine Beine etwas wackelig, mein Gewissen erleichtert und die Bänderdehnung im rechten Fuß frisch gestärkt an.

Gestern, zwei Tage danach, konnte ich nicht sitzen, stehen oder laufen, selbst liegen tat weh und ich lernte: Das Schönste am Sport ist das Jammern danach.

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