BUCH: RED, WHITE AND ROYAL BLUE

 


Gut zu wissen:

Punkteverteilung:

 
  • Autor: Casey McQuiston
  • Land: USA
  • Sprache: Amerikanisch
  • Verlag: St. Martins Griffin
  • Seiten: 418
  • Erzählform: Er-Form
  • ISBN:  978-1-250-31677-6
  • erschienen: 2019
  • gelesen: 2020
 
  • Einbandgestaltung: 4 von 5
  • Ausdruck: 2 von 5
  • Unterhaltung: 4 von 5
  • Struktur: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 4 von 5

 

Worum geht’s?

Alex ist der Sohn der amerikanischen Präsidentin. Er arbeitet an seiner Politik-Karriere, dabei sind ihm sein gutes Aussehen und seine lockere Art nicht hinderlich. Alex‘ Erzfeind ist Henry, der britische Prinz von Wales. Auf einem Empfang geraten die beiden jungen Männer in eine öffentlichkeitswirksame Rangelei, die die Beziehungen zwischen den USA und Großbritannien gefährden könnte. Beide werden dazu verdonnert, ab sofort beste Freunde zu sein – und sei es nur für die Kameras. Sie fügen sich und Alex startet mit einem Besuch im Königshaus, wo er und Henry pressewirksam die guten Kumpel spielen.

Doch Alex entdeckt, dass Henry gar nicht so monarchisch angestaubt ist, wie er immer geglaubt hatte. Tatsächlich beginnt er sogar, ihn zu mögen. Henry geht es nicht anders, er geht sogar noch weiter und küsst Alex unvermittelt im Garten des Weißen Hauses. Hier entsteht der Setzling für eine Liebe, die Ozeane überspannt – die eigentlich unbedingt absolut geheim bleiben muss. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn eine schwule Romanze zwischen dem American First Son und dem Prinzen von Wales an die Öffentlichkeit käme …


Und wie war‘s?

Ich bin froh, dass mein Freund mir dieses Buch geschenkt hat, denn das Cover ist so verboten pink, dass ich es vermutlich nicht gekauft hätte. Wobei ich eine Schwäche für den britischen Prinzen habe, dem Henry nachempfunden ist.

Zunächst hatte ich Schwierigkeiten, in die Geschichte einzutauchen. Sie wird anfangs fast vollständig auf der amerikanischen Seite erzählt, im Weißen Haus. Wir lernen Alex kennen und seine Schwester June. Auch die Präsidentin kommt in dieser Geschichte nicht zu kurz, die den Spagat wagen muss, gleichzeitig alleinerziehende Mutter und mächtigste Frau der Welt zu sein. Ob es ihr gelingt, werde ich natürlich nicht verraten. Hier habe ich mich noch ein bisschen gelangweilt, wir kamen nicht groß herum, das Leben von Alex und June war – auch wenn sie die First Family sind – für mich unspektakulär. Die amerikanische Umgangssprache tat ihr übriges und ich brauchte einige Zeit, um mit der Geschichte warm zu werden.

Die Begegnungen mit Henry haben mir mehr Spaß gemacht. Die Stimmung war jedesmal von einer einzigartigen Friedlichkeit geprägt, sogar, als Alex bei einer Prügelei in eine Torte fällt. Im weiteren Verlauf, als sie sich anfreunden und sogar verlieben, wollte ich nichts anderes mehr lesen. Selbst die Emails, die sie sich schreiben, fand ich toll.

Dass es nicht bei Friede, Freude, Eierkuchen blieb, war mir schon klar, das ist ja eigentlich immer so. Die Dimensionen waren hier nur ein bisschen globaler, was mich aber gut unterhalten hat. Ich war sehr gespannt, wie das wieder eingefangen werden sollte. Der Mittelteil war grandios. Hier habe ich mitgefiebert, gelacht und geweint. Das war wirklich hervorragend.

Zum Ende hin ließ das wieder ein bisschen nach, was meiner Meinung nach daran lag, dass uns die Autorin zu wenig Alex und Henry gab. Hier ging es hauptsächlich um die amerikanischen Präsidentschaftswahlen, die zwar durchaus spannend beschrieben waren, aber die mich jetzt nicht so fesselten, wie die beiden Jungs.

Die Wertung:

Wie ich schon erwähnt habe, ist das Cover verboten pink. Der Titel ist in roter, weißer und blauer Schrift prominent über das ganze Cover gedruckt, auf der linken Seite lehnt sich Alex lässig gegen die Buchstaben, auf der rechten Seite Henry. Grundsätzlich kein schlechtes Cover, aber die Farbe ist soooo Mädchen! Immerhin erfahren wir gegen Ende, was es mit der pinken Farbe auf sich hat, was mich dann wieder etwas versöhnt und die Punktzahl auf vier rettet.

Nicht so glücklich war ich mit dem Ausdruck, der hier sehr umgangssprachlich ist. Das drückte sich in unvollständigen Sätzen aus, in Punkten statt Kommas, in Abkürzungen, von denen ich mir nur sehr wenige zurechtreimen konnte (FDR – Franklin D. Roosevelt, LBJ – Lindon B. Johnson), manche konnte ich googeln (LSAT – Law School Admission Test), andere blieben mir rätselhaft. Das alles führte dazu, dass ich beim besten Willen manchen Absatz einfach überhaupt nicht verstanden habe. Das ist natürlich Gift für die Wertung, so dass hier nur zwei Punkte übrig geblieben sind.

Unterhaltsam war das Buch überwiegend im Mittelteil. Zum Glück hat dieser den größten Raum eingenommen. Während mich der Anfang eher langweilte und das Ende dann für mich vom Thema abkam, steckt die Musik in der Mitte. Da mich das Buch dazu animiert hat, nach langer Zeit mal wieder eine Rezension zu schreiben, erhält die Unterhaltung vier Punkte.

Strukturell habe ich nichts zu meckern. Trotz des Umfanges von gut 400 Seiten bin ich als Leser nicht verloren gegangen. Die Ereignisse vom Anfang schienen mir letztlich nur schon sehr lange her zu sein, aber weil da ohnehin alles Kopf steht, passt das schon. Hier kann ich beherzt die volle Punktzahl geben.

Insgesamt ergibt das nach meinem seit Jahren bewährten Schema 3,6 Punkte für diese empfehlenswerte, nicht wirklich realistische aber gut erzählte und zu Herzen gehende Geschichte, die ich gerne auf 4 aufrunde.

 

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