Bin mal eben im Musical

Am Sonntag nach der Hochzeitsfeier verließen wir das gemeinsame Bett erst gegen Mittag. Unsere Mägen knurrten und wir steuerten unsere Lieblingsbäckerei an. Während wir frühstückten, erzählte mein Freund wieder von diesem Drei-Wochen-Musical „Billy Elliot“ in Hamburg, das am Vortag Premiere hatte.

Kurz darauf spuckte unser Drucker zwei Tickets für die Abendvorstellung aus, die daraufhin ausverkauft war.

Wegen der Anti-G20-Proteste in Hamburg fuhren wir nicht mit den Öffentlichen zum Theater im Großmarkt, sondern ließen uns von Google mit dem Auto drumherum lotsen.

Wir mussten nur eine Viertelstunde vor dem Theater warten. Nachdem wir eingelassen wurden, orientierten wir uns und sahen uns die ehemalige Markthalle an, die jetzt das „mehr! Theater“ beherbergt. Eine Stunde später begann die Vorstellung. Wir hatten ziemlich gute Plätze in der zwölften Reihe exakt in der Mitte.

„Billy Elliot“ ist eigentlich ein Film. Darin geht es – Überraschung – um Billy Elliot. Er ist der Sohn eines englischen Bergarbeiters. Die Geschichte spielt zur Zeit Maggie Thatchers. Die Rahmenhandlung bildet der große Streik in den 80er Jahren. Billy ist ein Teenager, der auf Wunsch seines Vaters Boxunterricht nimmt. Wirklich Spaß macht ihm das allerdings nicht. Nach einem solcher Trainingsabende soll er den Schlüssel für das Studio der Ballettlehrerin geben, die die Räume auch für ihren Unterricht nutzt. Sie fordert Billy auf, gefälligst mitzutanzen und irgendwie kommt er nicht wirklich drumherum. Die Lehrerin erkennt Talent in seinen Bewegungen und will ihn unterrichten. Sein Vater, gerade vollauf mit dem Streik beschäftigt, verbietet es.

Das Filmcover gibt es genauso her wie das Musical-Poster: Billy will tanzen. Die Geschichte dreht sich also darum, wie aus dem Sohn eines Bergarbeiters ein Balletttänzer werden könnte.

Die Musical-Vorstellung haben Engelchen und ich wirklich genossen. Es war zuweilen sehr laut, weil der Bergbau-Konflikt ziemlich eskaliert und die Stimmung ziemlich aufgeheizt ist. Die Darbietung ist bild- und tongewaltig und die Darsteller richtig gut. Das Stück wird in englischer Sprache aufgeführt und deutsch untertitelt (das habe ich im Theater auch noch nie gesehen). Es gastiert in Hamburg nur insgesamt drei Wochen und zieht dann weiter.

Wir sind froh, dass wir es uns so spontan angesehen haben.

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