Berlin, Berlin – Teil 2

Wir haben das Hotel in der Nacht unbeschadet erreicht. Nachdem jeder von uns den Humpen geleert hatte wankten wir zufrieden zur U-Bahn und fuhren zum Anhalter-Bahnhof zurück, der nahe beim Hotel liegt.

Das Frühstück am heutigen Morgen in der Lobby ist sehr ausgewogen. Auf gesunde Ernährung legt man hier großen Wert, wenngleich manche der auf Proteine und Eiweiß ausgelegten Nahrungsmittel doch eher gewöhnungsbedürftig sind. Aber es gibt auch normale Brötchen (oder heißt es hier Semmeln?) und Müsli und Saft und Kaffee und…

Weil wir uns ja von der Stadt an sich nicht viel verprochen hatten, wird unser Zug schon heute Nachmittag um viertel nach drei wieder zurück nach Hause fahren. Bedauernswert, denn wie wir ja gestern feststellten, gibt es hier einiges zu sehen! Wir checken daher kurz nach dem Frühstück aus, schnappen uns unser handliches Gepäck und machen uns auf die Socken. Sonne lacht uns von blauem Himmel entgegen, als wir das Hotel verlassen. Nur eine Querstraße weiter weist ein Schild zum „Checkpoint Charly“. Neugierig, wie wir sind, beschließen wir, uns das mal anzusehen. Wir kommen allerdings nicht bis dorthin, denn Schatzi bleibt an einer Ausstellung hängen, die uns in den ehemaligen Keller des Gestapo-Hauptgebäudes führt. Das Gebäude ist längst weg, aber die Überreste des noch teilweise gekachelten Kellers sind noch da. Sie dienen als Ausstellung über den Terror der Nazi-Zeit. Es dauert etwa eine Stunde, bis ich Schatzi überzeugen kann, dass dieses – wenn auch nicht unwichtige – Thema gerade nicht zu unserem Amüsierwochenende passt…

Wir passieren die Wilhemstraße, das Finanzministerium und das Bundesratsgebäude und gehen geradewegs auf den Potsdamer Platz zu, auf dem sich der Bahntower heute von seiner glänzendsten Seite zeigt.

Nach einem erneuten krafttankenden Aufenthalt bei Starbucks und zahlreichen Photos später setzen wir unseren Weg fort. Wir wollen uns das Regierungsviertel noch einmal bei Sonnenschein ansehen. Unterwegs treffen auf das Mahnmal, das an die ermordeten Juden unter Hitler erinnern soll, ehe wir das Brandenburger Tor und den Reichstag erreichen.

Vorbei am gläsernen Grundgesetz an der Spree direkt beim Reichstag stehen heute keine wichtig-schwarzen Autos im Regierungsviertel herum. Kein Polizeiaufgebot, keine Menschentrauben, nur eine Warteschlange auf dem Weg zur Glaskuppel auf dem Reichstagsgebäude. Die Gegend wirkt heute bei Sonnenlicht und blauem Himmel malerisch. Es ist Sonntag, und bis auf die Touristen ist hier alles ruhig. Auf der Wiese vor dem Reichstag liegen Menschen in der Sonne, als sich Schatzi vor eine der großen Säulen des Gebäudes setzt, um sich auszuruhen. Ich muss enorm weit zurückgehen, um das ganze Gebäude mit der Kamera einfangen zu können. Wer genau hinsieht, kann Schatzi an einer der Säulen sitzen sehen…

Vorbei am Kanzlerinnenamt machen wir uns langsam wieder auf den Weg zum Hauptbahnhof, der an diesem Sonntagnachmittag gläsern in der Landschaft liegt und seine Fahrgäste nach Hause bringt…

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