Begegnungen

:: frühjahrsmüdigkeit

in den letzten tagen spielt sich nicht so furchtbar viel ab bei mir – zumindest wenn man es mit meinen aktivitäten der letzten wochen vergleicht. mir scheint grad der antrieb zu fehlen. der antrieb und das liebe geld, jawohl. bei all dem spaß muss ich erkennen, dass ich ihn besser dosieren sollte, denn sonst ist der geldbeutel leer, wenn ich gerade so richtig in fahrt komme. und so bleibt mir zur zeit nichts anderes übrig, als mich meiner alljährlichen frühjahrsmüdigkeit hinzugeben. erst gestern, als mich die anspannung der arbeitswoche losließ, fiel das, was von mir übrig blieb, wie ein stein auf mein blaubezogenes futonbett und ich war volle drei stunden außer gefecht gesetzt. und was passiert, wenn ich wieder aufwache? klar, mein kreislauf kommt nicht wieder so richtig in schwung und alle aktivitäten für den abend kann ich vergessen. wenn ich dann irgendwann wieder schlafen gehe, kreisen meine vielen tausend gedanken um viele tausende von themen, die ich nicht so einfach abschütteln kann. ich konnte also nicht einschlafen…

:: nervosität teil I

ich bin angespannt. nicht erst seit heute, sondern seit ein paar tagen schon. das hat diverse gründe, zwei davon kann ich ja vielleicht mal aufschreiben, denn vielleicht sind das die wichtigsten. der eine hat mit meiner vergangenheit zu tun, und der andere…

mein ex-freund hat für heute abend unseren alten freundeskreis zu sich eingeladen, zu dem ich nun mal nach wie vor gehöre. die einladung kam vor einer woche, und bevor ich es mir anders überlegen konnte, sagte ich zu. ich freue mich darauf, keine frage, aber es hat mich mal wieder dazu veranlasst, über manche dinge nachzudenken, zum beispiel über meine einstellung zu seinem neuen freund, für den Nate vor nunmehr acht monaten unsere beziehung abrupt beendet hatte. die liebe zu meinem freund war seinerzeit so wahnsinnig groß, dass ich mir nicht vorstellen konnte, ihn dafür zu hassen, dass er mich verließ um eine andere richtung einzuschlagen als die, die wir zusammen gegangen waren. auf meine eigene, unbeholfene art kämpfte ich um seine liebe, aber alles, was ich erhalten konnte, war unsere freundschaft. viele rieten mir, den hass, den ich eigentlich verspüren müsste, herauszulassen, um nicht daran zu ersticken. aber meine liebe zu Nate war so stark, dass der hass jemand anderen traf. und welches bessere ziel hätte es geben können, als seinen neuen freund? jeder fehler, den er machte, nährte meinen hass und es brauchten nicht viele fehler zu sein. eigentlich war es nur der eine: er war mir in den rücken gefallen, als ich seine hilfe am meisten gebraucht hatte. von da an entlud ich all den hass und all die negativen gefühle auf diesen mann. plötzlich war er für das ganze ausmaß meines leidens verantwortlich. es ging mir dadurch vielleicht nicht besser – aber eben auch nicht schlechter.

vor kurzem machte er einen weiteren fehler, aber als ich meinen hass nach sieben monaten erneut schüren wollte, merkte ich, dass er verflogen war, ohne dass ich es gemerkt hatte.

mein ex-freund hat für heute abend unseren alten freundeskreis zu sich eingeladen und ich habe angenommen, ohne zu zögern. ich weiß nicht, ob sein neuer freund auch da sein wird, aber ich denke es ist an der zeit, den gips abzunehmen um zu sehen, ob der bruch verheilt ist. bei dem gedanken an die kreissäge, die den gips aufschneiden könnte, habe ich ein mulmiges gefühl, ich bin nervös, weil ich nicht weiß, wie ich mich verhalten soll und werde, ob ich mich überhaupt verhalten sollte.

:: nervosität teil II

anderer mann, andere nervosität, andere richtung. vor genau einer woche habe ich in den weiten des internets einen mann kennengelernt, den ich nach stundenlangen gesprächen schätzen gelernt habe. sogar sehr. ich weiß, dass ich mich leicht hinreißen lasse und natürlich habe ich nicht die leiseste ahnung, wohin mich das führt. das ist aufregend. wir werden uns demnächst wohl treffen, immerhin wohnt er ganz in der nähe. ich bin nervös. wir kennen uns nur aus dem chat, kennen rein äußerlich nicht mehr als das, was das profilbild über uns aussagt – oder auch nicht aussagt. was mich so fasziniert ist die flut von gemeinsamkeiten. wir mögen die gleiche musik, gleiche serien, gleiche filme und gleiche schauspieler aus den gleichen gründen. wir haben eine ähnliche vergangenheit. was mich weiterhin fasziniert ist das bislang ungekannte interesse einer fremden person – an mir. er erscheint so engagiert und bemüht, ohne dabei plump oder aufdringlich zu wirken, im gegenteil, es scheint so leicht und selbstverständlich zu funktionieren, dass es mir beinahe angst macht. angst vor allem vor dem moment, an dem wir uns begegnen, an dem das bild, dass im chat von mir entstanden sein könnte, von meinen unzulänglichkeiten zerstört werden könnte. auf einmal fühle ich mich hässlich, dumm und unbeholfen. ich habe nicht gelogen oder in unseren gesprächen versucht, aus mir etwas anderes zu machen als ich bin. aber was, wenn die person, die er sich vorstellt, gar nicht so ist wie ich? ich werd’s sicher bald herausfinden, so oder so.

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