Befund

So, die lästigen Kabel sind wieder Geschichte und dieser dämliche Gurt, an dem das EKG-Gerät befestigt war, auch. Ich glaube heute war es das erste Mal, dass ich morgens wach wurde und dachte: hoffentlich springt mein Wecker bald an! Um sechs Uhr sollte der mich wecken, weil ich dann die Messpunkte, die an meiner Haut klebten, abreißen durfte. Um vier Uhr wurde ich wach, das weiß ich, weil die Kirchturmuhr, die nicht weit weg ist, zwei mal vier Schläge abgab. Einerseits froh über die Gnadenfrist bis zum Tagesanbruch wünschte ich mir gleichzeitig das Ende der Nacht herbei. Als ich das nächste Mal auf die Uhr schaute war es zehn nach vier und ich fragte mich, wieso die Zeit sonst nicht so langsam vergeht. Jede Wette, dass die Minuten schon morgen früh um die gleiche Zeit um ein Vielfaches schneller verrieseln.

So what, ich hab die Dinger von meinem Oberkörper gerissen und das Gerät abgeschaltet. Unter der Dusche fühlte ich mich, als würde ich die Kabel und Saugnäpfe wegspülen. Ich war verärgert, denn endlich hab ich das EKG gemacht, doch seit einigen Tagen zeigt mein Herz nicht die Spur eines Problems. So auch in den Stunden, in denen ich mit diesem kleinen Gerät verkabelt war. Nichts. Der Arzt meinte, der Befund ginge dann nächste Woche an meinen Hausarzt – es sei denn natürlich, man würde etwas Schwerwiegendes finden, dann bekomme ich – hab ich das nicht gestern schon geschrieben…?!

Nach meinem langen Arbeitstag hab ich meine kleine Schwester besucht, sie hat mich auf eine Tiefkühlpizza eingeladen, das war wirklich verdammt anständig von ihr. Danach sind wir eine Runde spazieren gegangen. Es war natürlich schon längst dunkel und in den beleuchteten Geschäften in der Stadt wirbelten Reinigungskräfte mit Wischmops um den feuchten Schmutz des Tages zu beseitigen. Bitterkalt war es und ich war froh, dass ich eine dicke Winterjacke hatte.

Zu Hause hab ich mich gleich in superbequeme Klamotten geschmissen und hab mir „Garden State“ angeschaut. Zuerst war ich schwer zu begeistern angesichts der doch recht obskuren Handlung. Aber ich dachte an Branley und wollte ihn daher auch zuende gucken. Spätestens ab dem dritten Viertel fand ich den Film dann total super, die Handlung schien mit dem Hauptdarsteller aufzublühen und es machte richtig Spaß. Viele schlaue Sachen kommen darin vor, die Bilder sind wunderschön photographiert und die Geschichte entwickelt sich kontinuierlich. Allerdings müsste ich ihn wohl noch ein zweites Mal ansehen um alles aufzunehmen.

Gerade hatte ich noch ein tolles Telefonat mit Gerd, so dass ich gleich diesen Tag abschließen und ins Bett steigen kann. Ich fühl mich gut.

„Wenn Du nicht über Dich selbst lachen kannst,
kommt Dir das Leben viel länger vor, als Dir lieb ist!“
– Garden State

 

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