Avatar

Am Freitag haben wir uns schon wieder einen Film angesehen, diesmal aber im Kino. Unser letzter Kinobesuch ist schon wieder eine ganze Weile her – über sieben Monate, um genau zu sein!

Nach einer kurzen SMS-Absprache mit meinem Engel machte ich mich am Freitagvormittag daran, an meinem Arbeitsplatz zwei Tickets über das Internet zu bestellen (das war viel schwieriger, als ich gedacht hatte und nur mit Trick 17, 18 und 19 zu schaffen).
Am Feierabend holte ich meinen Freund dann vom vereinbarten Treffpunkt ab, bevor wir in die Innenstadt fuhren, den blauen Wagen in einem Parkhaus abstellten und zum Kino liefen. Die Stadt war wieder gut besucht und wir waren froh, im Kino nicht an der Kasse anstehen zu müssen, weil ich die Tickets ja schon in der Firma ausgedruckt hatte. Am Popcorn-Stand gab es die 3D-Brillen (habe ich erwähnt, dass es sich um einen 3D-Film handelt?). Ich habe in meinem ganzen Leben bisher erst einen einzigen 3D-Film gesehen, und das war im Disneyland Paris vor einigen Jahren. Schon damals war ich tief beeindruckt.

Im Jahr 2154 fliegen die Menschen zu einem weit entfernten Planeten, der einen äußerst lukrativen Rohstoff birgt. Das einzige Problem sind – wie üblich – die Ureinwohner, eine Art Naturvolk, das sich einfach nicht kultivieren und umsiedeln lassen will. Nun gibt es auf Seiten der Menschen zwei Fraktionen: Die Wissenschaftler, die ein aufwändiges Projekt auf die Beine gestellt haben, um das Naturvolk zu erforschen und zu verstehen. Und die profitorientierte Seite, die sich mithilfe des Militärs Zugang zu den begehrten Rohstoffen verschaffen will.

Die Wissenschaftler unter der Leitung von Sigourney Weaver haben zwei Hybriden aus menschlicher DNA und dem Erbgut der Ureinwohner „hergestellt“. Das sind die sogenannten Avatare. Mithilfe von Technologie, die wir nicht verstehen müssen, wird das Bewusstsein geschulter Probanden auf den vorgesehenen Avatar übertragen. Der Avatar funktioniert daraufhin wie eine äußerst lebendige Marionette und die Forscher können somit vermeintlich unbemerkt und gefahrlos in die Mitte des fremden Volkes gelangen.

Einer der beiden Wissenschaftler, die den Avataren ihr Bewusstsein leihen sollen, kommt schon auf der Anreise ums Leben. Sein Zwillingsbruder ist Soldat in der militärischen Fraktion und wird – weil seine DNA mit der seines Bruders kompatibel ist – kurzerhand rekrutiert. Von den Wissenschaftlern erhält er den Auftrag, das Volk zu erkunden, ihr Vertrauen zu gewinnen und von ihnen zu lernen. Ziel des Militärs jedoch ist es, sich das Vertrauen der Wilden zu erschleichen, das Volk zu unterwandern und das heilige Tal auszukundschaften.

Es kommt, wie es kommen muss: Der Mann (der seit geraumer Zeit an den Rollstuhl gefesselt ist) lernt seine neue Mobilität und auch das fremde Volk kennen und lieben. In der Rolle des Spions fühlt er sich immer unwohler, je mehr er von dem Volk und dessen spiritueller Identität lernt. Als das Militär beschließt, die Ausbeutung der Ressourcen zu beschleunigen und mit größter Gewalt in das Tal der Ureinwohner eindringt, stellt sich der Avatar auf die Seite seiner neuen Freunde. Doch gegen die gewaltige Kriegsmaschinerie können sie zunächst nichts ausrichten und das heilige Tal fällt einem gigantischen Angriff zum Opfer…

Die Geschichte hat mich tief bewegt, auch wenn die Elemente sehr klassisch und keinesfalls neu sind. Ich habe mit den Figuren gelacht, war wütend auf verschiedene Charaktere und zeitweilig tief bestürzt. Die Umsetzung ist grandios gelungen. Von der Auswahl der Darsteller über die Kreation der Schauplätze bis hin zu der überwältigenden Tricktechnik (und ich spreche noch nicht vom 3D-Effekt) wurde hier erstklassig gearbeitet. Die Musik von James Horner nicht zu vergessen! An das räumliche Sehen mithilfe der Polarisationsbrillen musste ich mich anfangs gewöhnen (und ich halte die Technologie immer noch für ausbaufähig), aber es hat dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. Gerade die wunderschöne Umgebung hat den Film zu einem optischen, akustischen und beinahe erfühlbaren Erlebnis gemacht. Einziger Wermutstropfen ist der Preis von 14 Euro (inkl. Brille), mit dem wir im Marzipankino aber noch ganz gut dran waren. Und wie erstaunt war ich, dass der Film (immerhin schon am 19. Dezember 2009 angelaufen) immer noch in zwei Sälen ausverkauft war!

Ach ja, nur für die Dokumentation: Der Schnee ist endlich geschmolzen! Seit dieser Woche herrscht Tauwetter und die dicken Eispanzer verlieren an Integrität und fließen ab. Morgen werde ich nach acht Wochen endlich mein Fahrrad wieder aus dem Keller holen, um damit zur Arbeit zu radeln…

 

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