Ausgeflogen

Meine Gedanken kreisen heute um so viele Dinge, da tut es gut, einfach das Licht auszuschalten und in der Dunkelheit eine Kerze anzuzünden. In ihrem Licht fällt es mir leichter meine Gedanken zu fokussieren.

Während mein Tag eigentlich ganz unspektakulär verlaufen ist, hatte der Abend noch eine nette Überraschung parat…

Mein Arbeitstag endete heute bereits mittags, und weil Mittwoch ist rief ich einen guten Freund an, mit dem ich für gewöhnlich joggen gehe. Dummerweise hat er sich eine Erkältung eingefangen (kein Wunder bei den Temperaturen), so dass ich allein laufen musste. Normalerweise packt mich dann mein innerer Schweinehund und zwingt mich, das Joggen einmal Joggen sein zu lassen und mich auf die faule Haut zu legen, aber heute war ich stärker! Ich zog mich um, Jogginghose, zwei Shorts und meine Laufjacke und auf ging’s. Mit meinem neongelben Auto fuhr ich in den nächsten Ort, denn dort gibt es diesen hübschen kleinen Wald, der ideal zum Laufen ist. Ein paar Dehnübungen vorweg gegen böse Überraschungen, langsam anlaufen und das Tempo steigern. Herrliche Luft, so klar und frisch!

Auf dem sandigen Boden, der hier und dort von groben Baumwurzeln gekreuzt wurde, lag eine dicke Schicht getrockneten Laubes, das die vielen Bäume inzwischen von sich geworfen hatten. Jeder meiner Schritte raschelte dumpf durch die bunten Blätter, während mein Atem schneller wurde und mein Puls sich beschleunigte.

Die heiße Dusche zu Hause tat einfach nur gut! In der Waschmaschine drehte sich bereits das verschwitzte Zeug und ich genoss das heiße Wasser, das mir über die Haut rann. So entspannt suchte ich mir bequeme Kleidung aus den Schubladen meiner hölzernen Kommode im Schlafzimmer, während ich immer noch mein Haar trocken rubbelte und zum Klang der Stereoanlage sang.

Den Rest des Nachmittages vertrödelte ich mit Kleinkram, nichts wirklich wichtiges bis auf einen Einkauf. Nach dem Abendessen mit meiner Schwester machte ich mich auf meinem Sofa lang, schaltete den Fernseher ein und genoss eine meiner Lieblingsserien. Mittendrin klingelte dann das Telefon – das konnte nur einer sein: mein Engel, der grad auf Geschäftsreise ist, rief mir ein fröhliches „Hallo!“ durch den Hörer! Es war laut um ihn herum und ich konnte hören, wie er lächelte. Er stand in einer Hotel-Telefonzelle und wollte einfach mal anrufen. Es wäre dort alles ganz nobel, das Buffet reichhaltig und der Nachtisch so unwiderstehlich, dass er sich daran gleich noch mal bedienen musste!

Er sagte, er hätte mir Photos per MMS in mein eMail-Postfach geschickt, und tatsächlich konnte ich sehen, wie er in Schlips und Kragen in einem wirklich noblen Hotel stand. Jetzt ist er grad im Casino und versucht bestimmt, Millionär zu werden.

Gestern Abend gab es hier eine Party nach der Arbeit. Thies hatte alle zu sich nach Hause eingeladen zu seiner jährlichen Zwiebelkuchenparty! Es war ein lustiges Treffen in seinem wirklich schönen Haus! Kollegen und Ehemalige legten Schlips und Kragen ab und genossen nette Gesellschaft bei frisch gebackenem Zwiebelkuchen und frischer Federweißer floss in Strömen.

Jetzt ist auch der Mittwoch vorbei. Ich mach es mir gleich bequem, angesichts der Kälte vor meinem Schlafzimmerfenster habe ich die Heizung angemacht und den Raum wohltemperiert. So kann ich gleich ganz entspannt ein gutes Buch nehmen und den Tag ausklingen lassen, während ich mich fortwährend auf das Wochenende freue.

 

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