Aus gelb mach blau

Die Pfingsttage am vergangenen Wochenende waren mindestens so sonnenverwöhnt wie die ganzen vorherigen Wochen. Den Sonntag – der gleichzeitig auch Muttertag war – widmeten wir traditionsbewusst unseren Müttern. Die Temperaturen waren schon am Vormittag in bester Stimmung und umspielten die Zwanzig-Grad-Marke, während links und rechts von meinem neongelben Auto riesige Rapsfelder in voller Blüte vorüberzogen und süßer Honigduft durch die Lüftungsschlitze in unsere Nasen spülte.

Wir brauchten weniger als zwei Stunden, bis wir Itzehoe erreichten. Ein Blumenstrauß musste her. Kein Problem, es ist ja Muttertag und es gab früher einen Blumenladen am Berliner Platz. Leider gibt es den heute nicht mehr… Also liefen wir ein Stück weiter durch die Sonne in die Breite Straße. Der Blumenladen neben dem Spielwarengeschäft war jedoch geschlossen… Etwas frustriert liefen wir in die Feldschmiede, es muss doch irgendwo ein Blumengeschäft geben, das am Muttertag geöffnet hat…

Die blaue Neonreklame ist selbst bei Tageslicht von weitem gut zu erkennen. Mit dem gelben Auto fuhren wir auf den Parkplatz der Tankstelle in Nordoe. Wenigstens hier gab es ein paar frische Blumensträuße – nicht unbedingt stilvoll, aber der letzte Ausweg. Und Mutti hat sich trotzdem gefreut, wenn auch mehr über unseren Besuch als über die Blumen. Den Nachmittag verbrachten wir in trauter Familieneintracht mit Lauchsuppe und Kuchen. Die kleine Angelina wird größer und größer, inzwischen kann sie laufen und schon ein paar Worte sprechen, sie kann eine bunte Sandmühle bedienen, Kuchen backen und Blumen pflücken. Mark und Marlen waren nicht da, weil mein Bruder arbeiten musste. Dafür waren Anika und Dennis da. Die viele Sonne hat seine Haut wieder unverschämt braun getönt!

Ähnlich wie bei Lasse. Schatzis Familie besuchten wir gleich im Anschluss noch am selben Abend. Wir trafen eine ganze Horde kleiner Welpen, die eingezäunt auf der Wiese spielten und das Pony Mule, das ganz brav hinter einer Schnur stand und frisches Wasser verlangte. Der Braten, der gestern schon zubereitet wurde, lag nun leider in der Gefriertruhe. Schade eigentlich…

Erst spät machten wir uns wieder auf den Heimweg. In Schenefeld legten wir einen neonblauen Tankstopp ein und hatten dann den spontanen Einfall, uns unser Traumauto bei Peugeot gleich hinter der Tanke anzusehen. Der Hof war beleuchtet und die Luft noch lau, also stiegen wir aus dem Wagen und suchten einen 207. Schnell hatten wir einen gefunden. Schwarz wie die Nacht und trotzdem bezahlbar. Schon ziemlich cool, das Auto mal aus der Nähe zu sehen. Aber weil es schon spät und zudem dunkel war, setzten wir unsere Fahrt bald fort und kamen nach Mitternacht zu Hause an.

Der Pfingstmontag – wieder Sonne satt – lockte uns raus ins Grüne – oder besser ins Gelbe! Der Raps stand immer noch in voller Blüte und ich hatte die Kamera eingepackt. Mit dem gelben Auto fuhren wir Richtung Bad Segeberg. Leider gab es an der Bundesstraße keinen geeigneten Parkplatz, von dem aus man ein gelb-grün-blaues Foto schießen konnte. Also kehrten wir bald um und fuhren in die andere Richtung nach Travemünde. Auch hier tauchte der Raps die ganze Umgebung in ein gelbes Blütenmeer und hier fanden wir dann auch das passende Motiv.

Travemünde lernte ich dann auch endlich mal von seiner wohlhabenden Seite kennen. Während ich bislang bis zum Fähranleger und wieder zurück zum Parkplatz gekommen war, spazierten Engelchen und ich die Promenade entlang bis zum Strand. Unterwegs begegneten wir der Nils Holgersson, die in jenem Moment an der Mole vorbeischipperte und den Hafen anlief. Das Rauschen des Wassers an den Steinen im Wasser, die Möwen und die viele Leute, die das Wetter an der See genossen ebenso wie die Segelboote draußen bildeten einen wirklich schönen Rahmen für einen Pfingstausflug.

Inzwischen ist fast eine Woche vergangen und am heutigen Samstag sind die Rapsfelder schon weniger gelb. Liegt es daran, dass es heute seit Wochen das erste Mal regnet? Oder daran, dass wir gerade auf dem Weg zu unserem neuen Traumauto sind?

Etwas früher als geplant klingeln wir an Nates Haustür. Er hat die Probefahrten eingefädelt und soll uns begleiten. Aber Nate ist nicht da. Ich rufe ihn also an und zehn Minuten später fährt er mit einem blauen Peugeot 207 vor. So nah ist der Wagen ganz schön groß. Wir steigen also um und ich steuere den Wagen zwischen den großen Betonsilos wieder auf die Straße und bald schon haben wir Itzehoe verlassen und fahren auf der Autobahn in Richtung Schenefeld. Dort wartet der zweite Wagen auf seine Probefahrt. Es ist das Exemplar, das wir vergangene Woche schon des nachts begutachtet hatten.

Das glänzende Schwarz wirkt edel und voll Vorfreude steigen wir ein. Wieder geht es auf die Autobahn, doch irgendwas ist anders. Das Sitzgefühl, die Sicht und vor allem der Geräuschpegel sind nicht so angenehm wie in dem ersten Wagen. Nachdem wir ein paar Runden durch Itzehoe gedreht haben bringen wir den schwarzen Wagen wieder nach Schenefeld zurück und entscheiden uns für den blauen.

Nachdem wir mein gelbes kleines Auto ebenfalls nach Schenefeld geholt haben wird er fachmännisch begutachtet. Unsere Verkäuferin ist wirklich sympathisch und weniger als eine Stunde später bin ich stolzer Besitzer eines blauen Autos! Jetzt kann ich den kommenden Freitag kaum erwarten, wenn ich das Auto abholen kann! Eine Alarmanlage bekommt er noch, damit das gute Stück nicht verloren geht und dann machen wir aus dem Neongelb des Seicento das Montebello-Blau des 207Urban Move!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*