Anreise

Chaos bestimmte das Bild, einen Tag vor unserer Abreise. Wir hatten bisher keine Zeit auch nur eine Tasche zu packen – geschweige denn, uns Gedanken darüber zu machen, was wir mitnehmen sollten. Bevor wir von zu Hause losfuhren, versuchten wir, ein wenig Ordnung in das Vorurlaubschaos zu bringen, was uns dann auch einigermaßen geglückt ist.

Wir sind unterwegs.

Samstag Mittag ließen wir unsere Stadt hinter uns und fuhren ziemlich genau nordwärts. Nur in Flensburg machten wir Rast, um vor dem Überschreiten der nördlichen Bundesgrenze noch eine Stärkung zu uns zu nehmen. Der Burger-König kam da wie gerufen. In dem Laden war irre viel los und die Bedienungen schienen allesamt ein wenig überfordert und liefen scheinbar planlos und missmutig durch die Gegend. Mit einem Doppelcheeseburger, Pommes und Cola im Magen ging es dann euphorisch weiter über die Autobahn. Ungebremst fuhren wir auf der Autobahn in Dänemark ein, hielten auf derselben Strecke immer geradeaus auf Kolding zu. Dieser Ort scheint ein Dreh- und Angelpunkt des Landes zu sein – zumindest, was den Autobahnverkehr betrifft. Nachdem wir immer genau nach Norden gefahren waren, setzte sich unsere Fahrt von da an genau nach Westen fort – natürlich wieder über die Autobahn.

Bewölkt war es, und die Wolken wurden dunkler und schwerer, je näher wir der dänischen Nordseeküste kamen. Es war inzwischen wohl 16 oder 17 Uhr und nur wenig Licht drang durch die schwere Wolkendecke, die sehr tief über uns zu hängen schien. Unser erstes echtes Ziel war die Ortschaft Nørre Nebel, wo wir die Schlüssel und die Wegbeschreibung zum Ferienhaus erhalten sollten. Als wir in den Ort einfuhren, entdeckten wir gleich eine Bank, und weil wir vergessen hatten, uns dänisches Bargeld zu besorgen, benutzten wir flugs den Automaten. Wie ist eigentlich der Umrechnungskurs? Ich glaube, zu DM-Zeiten war es 1:4, das heißt, es müsste jetzt ungefähr 1:8 sein. Kurz darauf erreichten wir das Büro unseres Ferienhausvermieters. Da die Damen und Herren schon Wochenende hatten, bedienten wir uns der Schlüsselbox an der Rückseite des Gebäudes. Glücklicherweise fand ich einen Umschlag mit meinem Namen darauf – seltsames Gefühl, in einem anderen Land in einem Holzkasten seinen Namen zu finden… In dem Umschlag fanden wir den Schlüssel – und eine handgeschriebene Botschaft in gebrochenem Deutsch. Unser Ferienhaus wäre leider noch nicht fertig gebaut und man hätte uns daher eines der gleichen Bauart zur Verfügung gestellt. Gespannt machten wir uns mithilfe der Wegbeschreibung auf, um dieses Häuschen zu finden. Es dauerte auch gar nicht so lange, bis wir in dem Neubaugebiet für Ferienhäuser ankamen. Und tatsächlich sah das Haus genau so aus wie das, was wir ursprünglich gemietet hatten. Wir gingen hinein und staunten über die geschmackvolle Einrichtung und die Geräumigkeit. Es machte richtig Spaß, das Auto zu entladen und die mitgebrachten Lebensmittel in die Küchenschränke zu sortieren.

Aahhh… Urlaub. 🙂

Etwas erschöpft von der Autofahrt erkundeten wir das Gelände und den nahegelegenen Strand. Kalt war es an diesem ersten Abend, als wir bei Kerzenschein eines unserer Spiele auspackten und bis spät in die Nacht das Urlaubsfeeling genossen…

 

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