Aliens im Central Park

Es regnet, als ich am Donnerstagabend auf meinem Bike aus der Tiefgarage fahre. Statt wie sonst links das Kopfsteinpflaster herunterzurattern fahre ich heute rechts herum. Die Firma meines Freundes liegt ungefähr so weit weg wie unser Zuhause. Aber weil wir heute ins Kino wollen, radele ich bei Regen und Dunkelheit auf die andere Seite der Marzipanstadt. Bevor wir uns auf den Weg in die Marmeladenstadt machen, die vor ein paar Wochen ein ganz neues Kino bekommen hat, verköstigen wir uns beim Burger-König um die Ecke. Dann geht’s los. Mein Freund, Herr K und ich in unserem montebelloblauen Auto. Die erste Ampel lasse ich prompt rot liegen, als mein Freund sagt: „Ähm, Du hast Rot!“

Wir sind dennoch heil angekommen. Den Wagen stellen wir ins Parkhaus und sind flugs im Kino. Jeder von uns Dreien kauft sich zum Ticket eine kleine Tüte Popcorn, bevor wir uns vor Saal 4 setzen und auf Einlass warten. Auf den Flachbildfernsehern an den Wänden laufen die gleichen Trailer wie schon vor Kurzem, als wir hier James Bond gesehen haben.

Um viertel vor acht soll der Film beginnen. Es ist viertel vor acht und inmitten all der anderen Zuschauer (zwanzig oder so) stehen wir immer noch vor der geschlossenen Saaltür. So etwas wie Einlass gibt es hier nicht. Also gehen wir einfach so hinein. Wir teilen uns die Plätze sieben, acht und neun in der achten Reihe, als uns plötzlich zwei beleibte Herren unsere Plätze streitig machen wollen. Auf ihren Tickets, sagen sie, sind die Plätze sieben und acht in der achten Reihe vermerkt. Von weiter links ruft jemand: „Auf’s Datum achten!“ Und tatsächlich haben die Neuankömmlinge Tickets für übermorgen gekauft… „Das passiert hier öfter…“ ruft der Typ von weiter links. Da der Saal alles andere als ausgebucht ist, setzen sich die beiden Herren kurzerhand neben uns auf die freien Plätze.

„Der Tag, an dem die Erde stillstand“ ist ein Remake des Klassikers von 1951. Es geht um Aliens, die gekommen sind, um die Erde zu retten – und zwar vor den Menschen. Im Original sind es die Atomwaffen, mit denen die Menschen den Planeten bedrohen. Es gibt in unserer Galaxie nur eine handvoll Planeten, auf denen komplexes Leben möglich ist, und die Aliens schützen diese Planeten. Leider müssen die Menschen sterben.

Helen Benson, in der Neuverfilmung hervorragend gespielt von Jennifer Connelly, will den Repräsentanten der Aliens (gespielt von Keeanu Reeves) beweisen, dass sich die Menschen im Angesicht ihres Unterganges ändern können.Nachdem der Film zuende war, habe ich mein Kinoticket zerrissen. Trotz der guten Schauspielerinnen konnte mich dieser Film kein bisschen überzeugen. Die Spezialeffekte waren nicht durchgängig gut, die Geschichte zu kurz und dadurch unglaubwürdig und unheimlich vorhersehbar. Hinzu kam erneut die miserable Bildqualität des neuen Kinos und nicht zuletzt auch noch das schlechte Popcorn, an dem man sich die Zähne ausgebissen hat.

Alles in allem war das Beste an diesem Kinoabend der Burger vorweg…

 

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