Gute Aussicht

Wenn ich rechts von mir aus dem Fenster schaue, dann sehe ich massenhaft Grün. Nachdem der Frühling vor wenigen Wochen seinen lang ersehnten Durchbruch hatte, ging alles ganz schnell. Die Krokuswiese im Stadtpark stand binnen zwei Tagen in voller weißer, gelber und violetter Blüte und segnete anderthalb Wochen später auch schon wieder das Zeitliche. Die Temperaturen kletterten deutlich über 20 Grad und ich musste schon zwei mal den Rasen sprengen.

Heute sind es fast 20 Grad weniger. Es ist empfindlich kühl draußen, riesige Wasserpfützen laden zum ausgelassenen Hineinspringen ein und ein energischer Wind fegt durch das kräftige Laub der alten Linden, die unsere ganze Straße säumen. Statt Shorts und T-Shirt kam heute die dicke Jacke wieder zum Einsatz, als ich nachmittags zur mittlerweile neunten Physio-Therapie-Anwendung in die Innenstadt fuhr. Meinem Arm geht es schon deutlich besser, aber so lange der nicht hundertprozentig in Ordnung ist, traue ich mich noch nicht, den Schläger wieder zu schwingen. Den Therapeuten, der sich heute überaus engagiert um meinen rechten Arm kümmerte, kannte ich noch nicht. Die Behandlung war ganz schön schmerzhaft, aber wer jammert und wehklagt, wenn die Hände, die einen traktieren, einem so schönen Mann gehören?!

Mit meinem eigenen schönen Mann fahre ich übermorgen in den Urlaub. Morgen Abend übergeben wir unsere beiden Kater in die fürsorglichen Hände unserer Freunde auf der anderen Seite unserer Stadt. Am Freitag werden wir dann früh aufstehen und uns – wie jedes Jahr – auf den Weg an die Nordsee in Dänemark machen. Diesmal haben wir uns ein Strandhaus nördlich vom Ringkøbing Fjord gemietet. Das Wetter dort sieht momentan leider nicht viel besser aus, als hier, was uns vermutlich den Sommer-Teil unseres “Sommer-” Urlaubs etwas vermiesen wird. Aber damit muss man eben rechnen. Nächstes Jahr versuchen wir es mit Italien, ganz untypisch für uns. Darauf freue ich mich schon jetzt.

Lagerkoller

So, wie meterlange Eiszapfen von Dachrinnen hängen, so hängt mir der Winter inzwischen zum Halse heraus. Der März liegt in den letzten Zügen, morgen ist Ostern und es ist immer noch grau und kalt und hin und wieder schneit es. Besonders hübsch sieht die weiße Pracht indes nicht mehr aus, Sand und Dreck mischen sich in den einst sauberen Schnee.

Die Natur ist derweil im Standby-Modus. Keine Knospen, keine Blumen, keine Schmetterlinge, keine Schnee- oder Osterglocken – nur nackte Bäume, die wie immer geduldig warten, bis es endlich wieder schön wird. Selbst unsere Kater bekommen langsam einen Lagerkoller, weil der Balkon noch nicht zu einem Sonnenbad einlädt.

Am letzten Wochenende konnten es unsere Nachbarn auch nicht mehr abwarten und haben kurzentschlossen den Startschuss zum Angrillen gegeben. Im Schnee. Es war trotzdem lecker und mündete in einen gemütlichen Filmabend.

Ich habe übrigens in dieser Woche endlich mit der Physiotherapie begonnen, um meinen Tennisarm zu kurieren. Ich hatte das ja ewig lange vor mir hergeschoben, weil ich dazu weder Zeit noch Lust hatte. Aber weil auch mir allmählich die Decke auf den Kopf fällt und mir das Auspowern beim Badminton fehlt, habe ich endlich Termine vereinbart. Die ersten beiden Behandlungen habe ich auch schon hinter mir, und wie vom Arzt versprochen, werden die Schmerzen im Arm jetzt erstmal schlimmer. Hauptsache bald ist alles wieder in Ordnung!

Heiß-kalte Nacht

Meine Schuhe versinken bis weit über die Knöchel im Schnee, als ich aus dem Taxi steige und wie ein Storch zur Haustür stakse. Ein paar Stunden hat die Nacht noch, bevor sie vom Licht eines neuen Tages abgelöst wird. Ich wanke die Stufen hinauf, krächze meinen Katern liebgemeinte Worte zu und verschwinde müde unter der Dusche…

Acht Stunden zuvor:
Mein Freund steht bereits unter der Dusche, während ich noch nach Motivation suche, mich von der bequemen Couch zu erheben. Der Winter ist zurück und hat tagsüber ganze Arbeit geleistet. Es schneit ununterbrochen und der Winterdienst hat alle Hände voll zu tun. Es ist acht Uhr abends. In einer halben Stunde werden wir abgeholt. Mein Freund hat mich dazu überredet, ihn und seine Arbeitskollegen in einen Club zu begleiten. Die Diskothek auf der anderen Seite der Stadt ist für sein sehr junges Publikum bekannt und wir haben es in all den inzwischen sieben Jahren, die wir hier leben, nicht einmal betreten und meine Lust, mit dieser Tradition zu brechen, ist gering. Dennoch sind wir pünktlich fertig und sitzen bald im Font eines Ford. Für den Club ist es noch zu früh und wir treffen uns alle bei Jasmin. Zu zwölft verteilen wir uns in ihrem Wohnzimmer und schröpfen den zusammengetragenen Vorrat an Bier, Wodka, Sambuca und Caipi – behutsam natürlich, damit der Abend kein vorschnelles Ende nimmt. Mit diesen Getränken und netten Leuten geht die Zeit schnell vorbei und schon machen wir uns auf den Weg in die winterliche Nacht. Wer nichts getrunken hat, gibt den Fahrer, wer übrig bleibt, nimmt ein Taxi.

Erst vor der Diskothek in der Nähe der Autobahn treffen wir uns alle wieder. Ein bisschen nervös bin ich schon, mein letzter Clubbesuch liegt inzwischen einige Jahre zurück. Wir halten uns einfach an die Profis, lächeln brav in die Kamera und sind flugs drin. An den Wänden hängen Gemälde in verzierten goldfarbenen Rahmen und altmodische Leuchter hängen von den Decken. Schon an der Garderobe ist es wühlig und scheinbar unübersichtlich. Kurz darauf betreten wir den ersten Barbereich und machen da weiter, wo wir in Jasmins Wohnzimmer aufgehört haben: bei kalten Getränken. So präpariert wechseln wir wenige Meter weiter auf den ersten Dancefloor. Laser schneiden die Luft in feine Scheiben und die Beats massieren das Trommelfell. Dann passiert etwas Seltsames: Irgendwie gefällts mir. Entgegen der strikten und bei jeder Gelegenheit wiederholten Ankündigung, keinesfalls und unter überhaupt gar keinen Umständen zu tanzen, wippen meine Füße rhythmisch, meine Schultern beginnen sich wie von Geisterhand zu bewegen und bald hat es mich doch voll erwischt. Schon fallen die Hüllen – na ja, mehr als den warmen Pullover ziehe ich hier nicht aus – und dann gibt es auch kein Halten mehr.

Nach gefühlt kurzer Zeit wechseln wir den Floor und ich finde mich in rustikaler Kulisse wieder. Keine Laser mehr. Und die mitreißenden Beats von eben sind überwiegend deutscher Musik der Achtziger und Neunziger (und ich glaube Sechziger und Siebziger) gewichen. Hier ist es voller, großartig bewegen kann man sich nicht. Die Luft ist so mit Zigarettenqualm geflutet, dass mir das Atmen schwer fällt. Da hilft nur eins: Ich kämpfe mich zur Bar durch und versorge mich mit einem kühlen Getränk. Ab einem gewissen Pegel finde ich die Musik erträglich, gestatte meinen Füßen wieder zu wippen (zu mehr ist auch kein Platz) und genieße die Gesellschaft. Als sich unsere Mitfahrgelegenheit irgendwann auf den Heimweg machen möchte, beschließen mein Freund und ich, noch zu bleiben.

Gegen vier Uhr sammeln wir unsere Klamotten an der Garderobe wieder ein und treten hinaus in die kalte Nachtluft. Meine Stimme ist dank Qualm und Sangeskünsten für heute dahin, mehr als ein kakophonisches Krächzen kann ich meiner Kehle nicht mehr entlocken. Es schneit noch immer heftig und es sieht so aus, als hätte es die ganze Zeit über auch nicht aufgehört. Wir schnappen uns ein Taxi und lassen uns durch den vielen Schnee nach Hause kutschieren. Zufrieden, überrascht, stinkend und müde.

Februar

Fast wäre der Februar wie ein Jahr zuvor in meinem Blog schlichtweg vergessen worden, was mich zu der Frage bringt, was am Februar anders ist als an anderen Monaten.

Zunächst einmal habe ich im Februar Geburtstag. Das war immer schon so und wird voraussichtlich auch so bleiben. Nachdem ich im letzten Jahr gleich zweimal gefeiert habe, um so viele Freunde wie möglich zu beteiligen, habe ich dieses Jahr nur mit einem gefeiert: meinem. Das war zwar nicht besonders aufregend und ganz sicher auch nicht gesellig, aber genau das habe ich mir in diesem Jahr gewünscht: Alles. Nur keine Aufregung.

Jedes Jahr ist der Februar der Monat nach Januar, das ist ja nichts Neues. Im Januar allerdings steckt das Übel aller Wurzeln, denn er ist ungeheuer anstrengend! So sehr, dass ich einen ganzen Monat brauche, um mich davon zu erholen, während die Arbeit natürlich weitergeht. Da das Wetter im Februar üblicherweise noch im leidenschaftlichsten Winter steckt und auch in diesem Jahr mit Eis, Schnee und grauen Tagen zu beeindrucken versucht, trägt es nicht unbedingt zur Erholung bei. Ebenso wenig fordert es den Fotografen in mir heraus, Künstlerisches sucht man in der 2013-Ausgabe meines Blogs bislang nahezu vergeblich.

Aber weil der Februar langsam graue Haare bekommt und wir bereits eifrig mit dem März flirten, kehrt die Energie allmählich zurück. Die Tage sind mittlerweile wieder so lang, dass man fast vom Feierabend überrascht wird, weil es immer noch hell ist.

Heute habe ich die → Europa-Rede des Bundespräsidenten angesehen. Selten hat mich ein deutscher Politiker mit dem Gesagten so beeindruckt und selten habe ich eine Rede gehört, in der so viel Inhalt und Balance steckte. Szenenapplaus und am Ende stehende Ovationen würdigen ein Meinungsbild, das die Vielfalt, die Sorgen und die notwendige Arbeit an Europa unter einen Hut bringt. Wer ein Stündchen erübrigen kann, sollte sich das ansehen.

JITTERS – SCHMETTERLINGE IM BAUCH

© Salzgeber & Co. Medien GmbH

© Salzgeber & Co. Medien GmbH
(Originaltitel: Órói)
Diese DVD ist im Handel erhältlich.

Gut zu wissen:

Meine Punkteverteilung:

  • Regie: Baldvin Z
  • Musik:
  • Spieldauer: 1:33:15
  • Darsteller:
    Atli Óskar Fjalarsson
    Haraldur Ari Stefánsson
    Hreindís Ylva Garðarsdóttir Holm
    Birna Rún Eiríksdóttir
    Elías Helgi Kofoed-Hansen
    María Birta Bjarnadóttir
  • erschienen: 24.04.2012
  • Sprachen: isländisch
  • Untertitel: deutsch
  • FSK: 12
  • Gestaltung: 2 von 5
  • Unterhaltung: 5 von 5
  • Struktur: 4 von 5
  • Darsteller: 4 von 5
  • Story: 3 von 5
  • Emotion: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 5 von 5

 

Worum gehts?

In ‘Jitters’ lernen wir Gabriel kennen, einen 16-jährigen Isländer, der England bereist. Während des dreiwöchigen Aufenthalts teilt er sich ein Zimmer mit Markus. Die beiden unterschiedlichen Jungs lernen einander kennen. Markus ist lebensfroh und versucht, den stillen Gabriel mitzureißen. Gemeinsam tauchen sie schließlich in das Nachtleben ein, wo es zu einem romantischen Moment und zu einem Kuss kommt.

Wieder zurück in Island gerät Gabriel in Streit mit seiner kontrollsüchtigen Mutter, die umso weniger von ihrem Sohn erfährt, je mehr sie sich in sein Leben zu drängen versucht. Gabriels beste Freundin ist Stella. Sie lebt bei ihrer Großmutter, die ebenfalls einen Hang zu übermäßiger Kontrolle hat und das depressive Mädchen in den Wahnsinn treibt. Wir treffen außerdem Greta, ein strebsames Mädchen, das ihren Vater kennen lernen möchte und Gabriels besten Freund, der nichts als Mädchen und Partys im Kopf hat.

Mitten im größten Chaos, als die Gefühle in Trümmern liegen und die Welt aus den Angeln gerät, lässt Gabriel seinem Leben freien Lauf, bekennt sich zu Markus und bietet seiner Mutter und allen anderen die Stirn.

 

Wie wars?

Da ich weder einen Trailer gesehen noch mir die Inhaltsangabe durchgelesen hatte, bin ich ohne Erwartungen an diesen Film herangegangen. Die Coverabbildung gibt ja auch nicht besonders viel her. Der Film beginnt in England und ich war froh, dass der Film in englischer Sprache gedreht wurde. Nur wenige Minuten später erfuhr ich, dass Gabriel nur auf einer Reise ist. Mit Markus spricht er auch gleich isländisch und ich bin auf die deutschen Untertitel angewiesen. Dank des unaufgeregten Tempos ist das aber kein Problem. ‘Jitters’ ist schön gefilmt. In Rejkjavik, wo wir uns nach England aufhalten, gibt es für meinen Geschmack nicht viel zu sehen. Meistens halten wir uns in Wohnungen auf, oder begleiten Stella zur Arbeit in einen kleinen Shop. Als Zuschauer fühlte ich mich die ganze Zeit mitten drin. Die Emotionen und Stimmungen werden nicht nur durch die Musik und die Geschichte oder durch die tollen Schauspieler transportiert, sondern auch durch die geschickt eingesetzte Optik.

Die Story als solche empfinde ich eher als durchschnittlich, keinesfalls schlecht, aber eben auch nicht wirklich neu: Zwei Jungs verlieben sich, haben mit Schwierigkeiten zu kämpfen, die Eltern der Figuren sind schwierig, es gibt die totale Katastrophe und am Ende kriegen sie sich oder sie kriegen sich nicht. Dass die meisten Katastrophen gar nichts mit der Beziehung von Gabriel und Markus zu tun haben, schiebt die Story wieder ein bisschen aus dem Mittelfeld. Unterhalten hat sie mich allemal. Sie ist sehr ernst, kein bisschen klamaukig, mit viel Emotionen, die mich auch schon mal zu Tränen gerührt hat. Aber auch unterschwellig erotisch und prickelnd, spannend und mit einer Vielfalt an Figuren.

‘Jitters’ ist ein toller Film, von dessen unscheinbarem Cover man sich nicht täuschen lassen sollte.

Ansichtssachen

Der gestrige Samstag hatte es in sich. Zunächst fuhren wir am frühen Nachmittag über die Autobahn nach Hamburg, um John und Becky einzusammeln. Ursprünglich wollte ich unbedingt ins Museum für Hamburgische Geschichte. Wie wir leider feststellen mussten, schließt das Museum täglich schon um 17 Uhr – außer sonntags, was ich ziemlich blöd finde. Weil wir keine Lust hatten, durch die Ausstellungen zu rennen, entschieden wir uns kurzerhand für die Alternative: Eine Fotoausstellung in den Deichtorhallen. Das Haus der Photographie war zuletzt 2011 mein Ziel gewesen, wo ich mir Interpretationen von Traummännern ansehen durfte. Leider darf man in der Ausstellung selbst keine Fotos schießen. Nachdem wir mit der U-Bahn angereist waren und das letzte Stück durch eisige Kälte liefen, löste Becky unsere Tickets für nach wie vor 9 Euro pro Person. Da die bisherige Ausstellung der Fotografien von Albert Watson verlängert und sich gleichzeitig seit gestern die Räumlichkeiten mit einer weiteren Ausstellung teilt, vermischen sich die Eindrücke, zumal es keine wirkliche optische Trennung gab. Während Watson Aufnahmen von Prominenten aus Musik und Film inszenierte, stellen sieben weitere Fotografen ihre Werke in der Reihe “Gute Aussichten – junge deutsche Fotografie” aus, die mal abstrakt, mal nachdenklich, erschütternd und anmutig daherkamen.

Als wir die Ausstellung nach einer guten Stunde wieder verließen, war die Dämmerung bereits über die Stadt hereingebrochen und verhüllte alles mit einem intensiven Blauschleier. Wir hatten noch ein weiteres Ziel an diesem Nachmittag, bevor wir uns auf die Jagd nach etwas Essbarem machen wollten: Die U4! Die U-Bahn-Linie 4 führt direkt in die HafenCity und ist erst vor kurzem eröffnet worden. Dabei interessierten mich zwei Dinge ganz besonders: Die beiden neuen Haltestellen und die neuen Züge. Letzteres blieb uns leider verwehrt, weil der neue DT5 außer zu Testzwecken noch nicht im öffentlichen Schienennetz unterwegs ist. So fuhren wir also vom Hauptbahnhof aus im DT4 zunächst zur Haltestelle “Überseequartier” und waren – aufgrund verwirrender Auskünfte – gespannt, ob der Zug noch eine Station weiter fahren würde. Diesmal hatten wir Glück, die U-Bahn setzte sich in Bewegung und fuhr wenig später in die wohl designstärkste Haltestelle ein, die Hamburg derzeit zu bieten hat: “HafenCity Universität”. Alle Fahrgäste verließen hier den Zug, weil die Strecke noch nicht weitergeht. Am auffälligsten in dieser Station sind die Lichtcontainer, die an der Decke hängen und wechselnde Farben an die Wände werfen. Die Wände selbst bestehen aus waagerechten Rechtecken in Bronzeoptik, was der Station ein edles Aussehen gibt, wie ich finde. Wenn man die Treppen hinaufsteigt, gelangt man links und rechts zu Aussichtsplattformen, deren Glasfronten einen Einblick in die gesamte Haltestelle gewähren.

Wir stiegen weitere Stufen hinauf, um zu sehen, wo genau wir uns eigentlich befanden. Es hatte zwischenzeitlich zu schneien begonnen und war überdies auch noch vollständig dunkel geworden. Das machte aber gar nichts, denn als wir an der Oberfläche ankamen, waren wir von Baustellen umgeben. Auf der größten davon steht ein Gerippe aus mehreren Stockwerken, aus dem noch in diesem Jahr die Universität werden soll.

Weil es hier oben so schrecklich ungemütlich war, tauchten wir wieder unter, um den nächsten Zug zurück zu nehmen. An der Station “Überseequartier” verließen wir die U4 erneut, um uns auch diesen Neubau anzusehen. Mit der letzten kann diese hier nicht mithalten. Sie ist hauptsächlich in Blautönen gehalten und wird künftig besonders für Besucher des Cruise-Centers interessant sein. Der Weg an die Oberfläche war hier ziemlich weit, drei Stockwerke mussten wir überwinden, um uns auch hier den Schnee um die Nase pusten zu lassen. Wie schon an der Uni waren wir auch hier von Baustellen umzingelt, die im Dunkeln gespenstisch verlassen dalagen. Weiter vorn konnten wir deutlich den Marco-Polo-Tower und ein Stück weiter rechts das Sumatra-Haus ausmachen. Das Überseequartier, dem die Haltestelle ihren Namen verdankt, ist auf dieser Höhe noch nicht fertiggestellt.

Allmählich knurrte uns vieren doch deutlich der Magen. Mit dem Zug machten wir uns auf den Weg zurück, um bei “Jim Block” in der Fuhlsbütteler Straße Burger zu essen. Beim kleinen Bruder des Steak-Riesen “Block House” bin ich zuvor nie gewesen, war vom Ambiente aber ziemlich angetan, mit dem es sich – wenngleich ebenfalls ein Schnellrestaurant – von den üblichen Burger-Ketten abhob. So gesättigt an Eindrücken und mit einigermaßen vollen Mägen endete bald darauf unser Besuch in Hamburg. Durch dichtes Schneegestöber krochen wir über die Autobahn zurück in die Marzipanstadt und freuten uns auf einen entspannten Sonntag.

fast forward

Es ist typisch für den Januar, dass seine Tage in besonders hoher Geschwindigkeit zu verfliegen scheinen. Vielleicht liegt es an den kurzen Tagen, die umso düsterer wirken, je dicker die graue Wolkenschicht ist, die sie umspannt. Oder an der vielen Arbeit, die ein junges Jahr üblicherweise mit sich bringt. Sie macht, dass ich abends, wenn ich vom Büro heim geradelt bin, erschöpft auf unserer roten Couch zusammensinke, den Haushalt gern Haushalt sein lasse und mich in stumpfsinnige Reality-Shows flüchte, bei denen man getrost den Kopf und alles andere abschalten kann.

Heute Morgen – der Januar war schon fast rum – fuhr ich mit meinem anthrazitfarbenen City-Fahrrad über die Burgtorbrücke, als links von mir die Sonne aufging. Ich stoppte, zückte mein Smartphone und hielt es in die Richtung, in der das gleißende Licht aufstieg. Das Wasser unter mir, das unsere Altstadtinsel umschließt, wird allmählich von einer Eisschicht eingenommen, einem Zeugnis der kalten Tage, die mir langsam lästig werden. Es ist also wieder Zeit, sich auf den Frühling zu freuen, zu hoffen, dass sich die Krokusblüte im Stadtpark in ein paar Wochen entfalten wird und zwei oder drei Kleiderschichten überflüssig werden. Heute habe ich gerade erfahren, dass es in fünf Tagen, also am kommenden Mittwoch, ca. 15 Grad wärmer werden soll als heute. Das werden dann vielleicht wieder Frühlingstage im Eiltempo…

Morgen ist Wochenende und mein Freund und ich werden mit Becky und John ein bis zwei Hamburger Museen besuchen. Zur Auswahl stehen das Museum für Hamburgische Geschichte und eine Fotoausstellung in den Deichtorhallen.

Reifenpanne

Happy new year! Ich bin ein bisschen spät dran, ich weiß, die erste Januar-Hälfte ist ja schon fast um. Aber es gab bisher nicht wirklich etwas zu erzählen, und wozu soll ich alle langweilen?

Ich bin mit Becky, John und Jamie und natürlich meinem Freund gut in das neue Jahr gestartet, klassisch mit Fondue, Dinner for one, Spielen und Schaumwein. Auf dem Bild ganz oben ist übrigens der Versuch von vier Freunden zu sehen, um kurz nach Mitternacht mit Wunderkerzen eine 2013 in die Luft zu schreiben, was auch fast geklappt hätte. :-)

Während die Silvesternacht noch mit Sprühregen daherkam, ist der Winter seit gestern wieder zurück. Dicke Schneeflocken fielen zu Miooon und Miaaaden herab, als ich mit dem Auto zur Werkstatt fuhr. Da hatte ich nochmal Glück, denn wenige Minuten zuvor war ich noch damit beschäftigt, einen platten Hinterreifen gegen den Reservereifen zu tauschen. Zwei Tage vorher kam Engelchen abends mit einer Reifenpanne nach Hause und ich nahm mir den Freitagnachmittag frei, um meinen allerersten komplett selbst durchgeführten Reifenwechsel noch bei Tageslicht durchführen zu können. Ich war schon ein bisschen stolz, als ich keine zehn Minuten später die Radbolzen wieder festschraubte und den kaputten Reifen in den Kofferraum legte. Kurz darauf dann der Weg in die Werkstatt, um alles Weitere zu regeln und einen neuen Winterreifen zu bestellen. Bei der Gelegenheit habe ich jetzt endlich eine Vertragswerkstatt in meiner Stadt gefunden, die mir gefällt. So muss ich nicht mehr jedesmal hundert Kilometer weit fahren, damit sich mein Freund Nate um mein blaues Auto kümmert.

Inzwischen sind ja die Winterferien vorüber, so dass eigentlich die Badminton-Saison wieder gestartet ist. Leider laboriere ich immer noch an einem Tennisarm, der mich schon seit November daran hindert, meinem wöchentlichen Sport nachzugehen. Langsam werde ich schon richtig kribbelig, aber bevor die Entzündung nicht abgeklungen ist, macht es keinen Sinn, den Arm so stark zu belasten. Ich hoffe mal, dass ich in ein paar Wochen wieder mitmischen kann.

Der Blick zurück

Seitdem ich blogge, gibt es Jahr für Jahr am Silvestertag meinen ganz persönlichen Jahresrückblick. Diese inzwischen siebenjährige Tradition soll auch 2012 nicht zu kurz kommen:

Der Januar begann mit dem festen Vorsatz, dass dieses Jahr alles besser wird als im letzten. Die besten Vorsätze sind ohnehin diejenigen, die sich quasi von selbst erfüllen, und so sollte es 2012 nicht allzu schwer haben, beliebter als das letzte, katastrophale Jahr zu werden. Mir selbst nahm ich vor, aktiver zu werden, mehr Sport zu treiben und wieder mehr von dem, was um mich herum geschieht, mit der Kamera einzufangen. Mit dem Sport fing ich dann auch gleich an. Ich kündigte meine Alibi-Fitness-Club-Mitgliedschaft und griff zum Badminton-Schläger.

Im Februar war ich ziemlich aktiv. Jede Woche schwimmen und Badminton, abends ausgehen mit Freunden und die Wochenenden mit meinen Geburtstagspartys verplant zog mich der Monat in einem Rutsch mit sich.

Wenn ich mir meine Blog-Aufzeichnungen so ansehe, wird das im März ähnlich abgelaufen sein, denn bis auf einen Besuch von meiner Familie habe ich nichts Nennenswertes niedergeschrieben.

Ganz anders im April. Der Frühling hielt Einzug und vertrieb das graue Einerlei des letzten halben Jahres. Neue Nachbarn richteten sich unter uns häuslich ein und stellten sich als überaus umgänglich heraus.

Im Mai statteten wir dem Kino in unserer Stadt mal wieder einen Besuch ab, bevor der Frühling dann so richtig Gas gab und Lust auf mehr Aktivitäten im Freien machte.

Oleeeeeeeeoleeeoleeeoleeeeeee – es war wieder Fußballsommer in Deutschland! Wenn unsere Elf auch nicht den Titel heimtrug, so war der Juni dennoch geprägt von ausgelassen sportlicher Stimmung. Nur Public Viewing muss ich nicht nochmal haben. Durchaus öfter kann ich mir dafür Spider-Man ansehen, der uns – neu verfilmt mit Sahneschnitte Andrew Garfield – auch in diesem Monat ins Kino lockte.

Der Juli hatte eine besonders schöne Überraschung parat: Meine damalige Schulfreundin Mary besuchte uns. Sie wohnt inzwischen seit einiger Zeit am Bodensee, was dazu führt, dass wir uns nur alle paar Jahre mal sehen. Gemeinsam mit Becky und John zogen mein Freund und ich mit Mary durch die Hamburger HafenCity und genossen den sonnigen Sommer.

Von Aktivitäten hatte ich im August anscheinend genug, mir war komplett die Energie ausgegangen. Arbeiten, Couch, Bett, arbeiten, Couch, Bett, … Von dort aus kann man immerhin fernsehen, wodurch ich eine echte Perle entdeckte.

Der Monat Pause tat mir gut, und so konnte ich im September wieder durchstarten. Shoppen war angesagt, aber nicht irgendwo, sondern in zwei ungeheuer stylischen Läden. Da wurde der Klamotten-Kauf zum Erlebnis! Leider auch für die Geldbörse…

Zur weiteren Erholung trug der langersehnte Jahresurlaub bei, den wir in aller Stille in unserem Lieblings-Ferienhaus in Dänemark verbrachten. Nicht lange danach, wieder zurück in der Heimat, legte ich mein iPhone ab und ersetzte es durch ein Samsung-Handy – genau wie mein Freund, der übrigens im September einen neuen Job in unserer Stadt bekommen hat.

Die Wochenenden im Oktober waren schon wieder ziemlich verplant. Zum Beispiel mit einem Erntedank-Fest auf dem Lande oder einem City-Lauf in der Marzipanstadt, bei dem wir aber nur Zuschauer waren. Die meisten Abende verbrachte ich jedoch an meinem heimischen PC und verpasste meinem Blog eine komplette Frischzellenkur.

Das beschäftigte mich bis in den November hinein, in dem ich den letzten Feinschliff vornahm und die Website dann der Allgemeinheit vorstellte. Ein Konzertbesuch war dann mal wieder etwas ganz anderes und kam meinem alten Vorsatz zu mehr Aktivität sehr entgegen. Noch mehr Kultur gab’s dann im Kino, wo sich James Bond die Ehre gab. Mir hat’s richtig gut gefallen und später habe ich “Skyfall” noch einmal angesehen. Ende des Monats schmückte sich unsere Stadt wieder mit Lichterglanz und Buden für süße Leckereien und geistreiche Getränke.

Der Weihnachtsmarkt bestimmte im Dezember tatsächlich einen Großteil meiner Freizeit. Angespornt von aufkommendem Winter mit viel Schnee und klirrender Kälte tat der eine oder andere Glühwein wirklich gut. Dazu kamen Weihnachtsfeiern im beruflichen und im privaten Kreis, die das Jahresende in heitere Stimmung versetzten. Der versprochene Weltuntergang blieb dann zum Glück aus, und so bin ich froh, allen Lesern meines Blogs einen guten Rusch ins neue Jahr wünschen zu können. Wir sehen uns auf der anderen Seite.

IKEA ist Schuld!

Die Marzipanstadt bekommt einen eigenen IKEA. Das ist eigentlich nicht neu, die Pläne gibt es schon seit Jahren und haben sich schlussendlich gegen den massiven Widerstand durchgesetzt, der für diese Stadt symptomatisch ist. Aus Platzgründen siedelt sich das blau-gelbe Möbelhaus inklusive eines Skandinaviencenters natürlich nicht auf der historischen Altstadtinsel sondern eher rändlich an. Sehr zum Missfallen der innerstädtischen Kaufleute, die IKEA bereits die Vorschussschuld an sinkenden Käuferzahlen und infolge dessen Umsatzrückgängen geben. Das ist auch der Hauptgrund, aus dem die Planungen so lange blockiert wurden.

Mein Freund und ich sind heute Abend einer spontanen Eingebung gefolgt und haben unsere schöne Altstadt aufgesucht. Den Weihnachtsmarkt, der erst nach morgen abgebaut und für ein Jahr in der Weihnachtskiste verstaut wird, kann ich zwar nicht mehr sehen, aber daran kommt man derzeit eben nicht vorbei. Auf der Suche nach Plüschpuschen (ja, wirklich) steuerten wir zunächst ‘Wicky’ an. Der Laden ist bekannt für allerlei Krimskrams, den zwar eigentlich niemand braucht (zum Beispiel lila-blinkende Heiligenscheine, Pimmelnudeln oder nippelige Tittenbecher), bei dem man aber trotzdem immer irgendwas findet. Immer. Nur nicht die richtigen Plüschpuschen. Na egal. Wir zogen weiter. Einige Geschäfte auf dem Weg sind verwaist, die dunklen Schaufenster mit Aufklebern und ausgelutschten Kaugummis dekoriert. Karstadt hingegen ist noch immer über und unter mit miooonen Lichtern geschmückt und hält erbittert am Weihnachtsgeschäft fest! Plüschpuschen suchten wir hier allerdings nicht mehr. Stattdessen sind wir – völlig unbeabsichtigt – in der DVD-Abteilung gelandet um uns die erste Staffel von “Misfits” zu kaufen. Allerdings ist die Serienabteilung bei Karstadt ein schlechter Witz, weshalb wir gleich darauf weiterzogen zum ‘Pressezentrum’. Die haben eigentlich alles. Eigentlich. “Misfits” war jedoch weder zu finden noch bekannt, erst nach einiger Recherche bot man uns an, die DVD zu bestellen. Bestellen können wir sie allerdings selbst, und das sogar günstiger und hochauflösend. Ein wenig gefrustet angesichts all dieser Konsum-Enttäuschungen machten wir uns auf den Rückweg, untersuchten ‘Deichmann’ auf Plüschpuschen, die uns zwischenzeitlich wieder eingefallen waren, und kamen mit einem Paar Winterstiefeln wieder heraus… Dann noch kurz zu ‘Esprit’ – warum auch immer. Die Herrenabteilung, die anfangs das erste Obergeschoss belegte, ist inzwischen so weit zusammengeschrumpft, dass sie kaum noch der Rede wert ist. Als wir direkt nebenan ‘s.Oliver’ einen Besuch abstatten wollten, wurden wir schon am Eingang begrüßt mit “Wir schließen in zwei Minuten!”. Wir machten also auf dem Absatz kehrt, liefen an drei Kiffern vorbei, die sich am Ende eines Durchgangs einen Joint drehten, trabten eine mit Glassplittern übersäte Betontreppe hinunter und steuerten den Bezahlautomaten am Parkhaus an. Dieser unverschämte Kasten verlangte sodann vier Euro Parkgebühr von uns, die wir zähneknirschend in seinen Schlitz fallen ließen. Immerhin günstiger als Busfahren, das hätte uns beide insgesamt knapp zehn Euro gekostet.

Geschäfte, denen es am richtigen Sortiment und an Kunden mangelt, Geschäfte, die schon längst nicht mehr da sind und Verkäufer, die ihre Kunden nicht mit “Kommen Sie, rein, da haben Sie aber Glück gehabt!” begrüßen sondern mit “Wir schließen gleich!”. IKEA sollte sich schämen, sobald es gebaut und eröffnet ist. Nicht zuletzt für seine kostenlosen Parkplätze.

THE WAR BOYS

© by Snapping Turtle Films

© by Snapping Turtle Films
Thanks to the director Ron Daniels! :)

Gut zu wissen:

Meine Punkteverteilung:

  • Regie: Ron Daniels
  • Musik: Stephen Cullo
  • Spieldauer: 1:32:38
  • Darsteller:
    Victor Rasuk
    Benjamin Walker
    Brian J. Smith
    Greg Serano
    Teresa Yenque
    Cheyenne Serano
    Micaela Nevárez
    Peter Gallagher
  • erschienen: 2009
  • Sprachen: englisch, spanisch
  • Gestaltung: 4 von 5
  • Unterhaltung: 5 von 5
  • Struktur: 4 von 5
  • Darsteller: 5 von 5
  • Story: 4 von 5
  • Emotion: 5 von 5
  • Gesamtwertung: 5 von 5

 

Website: http://thewarboys.com/

Bei einem meiner Streifzüge durch schwule Kurzfilme stieß ich eher zufällig auf den Spielfilm THE WAR BOYS. Leider kann man ihn anscheinend grad nicht kaufen (höchstens gebraucht für 81 britische Pfund…). Der Film spielt im amerikanischen Bundesstaat New Mexico, in Grenznähe zu Mexico. Die drei Freunde Greg (Victor Rasuk), David (Benjamin Walker) und George (Brian J. Smith) kennen sich seit der High-School und gehen gemeinsam durch dick und dünn. Sie halten sich oft an der Grenze auf, um illegale Einwanderer aufzuschrecken. Davids Vater (Peter Gallagher) ist ein Firmenmagnat und hat eine Menge Geld. Er will, dass sein Sohn weiter zur Schule geht. Der sieht das allerdings ganz anders und hat nichts dagegen, mit seinem Vater krumme Dinger zu drehen, zum Beispiel eine LKW-Ladung Fernseher auf dem Schwarzmarkt zu verhökern. Doch Vater und Sohn werden sich nicht einig und David, Greg und George stehlen heimlich den Sattelschlepper mit der Hehlerware. Sie verstecken ihn, um die Fernseher später auf eigene Faust zu versilbern…

Um es vorweg zu nehmen: Ein Happy End hat der Film leider nicht. Dennoch bin ich sehr froh, ihn entdeckt zu haben. Die Produktion ist sehr hochwertig, Musik und Bilder sind erstklassig, ebenso die Darsteller. THE WAR BOYS ist ein Drama der Extraklasse. Die schwule Nebenhandlung wird sorgfältig und langsam aufgebaut, sie entwickelt sich, ist intensiv und spannend. Es knistert ganz deutlich, das merkt der Zuschauer wohl am ehesten. Das Tempo der Haupt- und der Nebenhandlungen ist einwandfrei, überfordert das Publikum nicht und bringt die Geschichte gut voran.

Ein Film, den man auf jeden Fall sehen muss.

I’m a survivor

So, hätten wir diesen Weltuntergang also auch überlebt. Mitbekommen habe ich ihn nicht, muss also mitten in der Nacht passiert sein. Na egal, der nächste kommt bestimmt. Auf jeden Fall bin ich einer von Milliarden von Überlebenden, was ziemlich cool ist!

Auch cool ist, dass wir den kürzesten Tag des Jahres hinter uns haben! Yeahh!! Ich hol die Badesachen aus dem Schrank, Sommer ich komme!!

Leider, leider hat der Winter da ein Wörtchen mitzureden und überzog die Marzipanstadt heute wieder mit Schnee. Das nenn’ ich ein Statement! Vermutlich lässt er sich also nicht allzu bald vertreiben und die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten steigt. Als gestern Nate und Joshi zu Besuch kamen, angereist aus der hundert Kilometer entfernten Stadt mit den Hochhäusern, war davon noch nichts zu sehen – wenngleich mir auf dem Weihnachtsmarkt verdammt schnell die Zehen gefroren sind.

Jetzt gerade brüte ich noch über einem einigermaßen einzigartigen Spruch für eine Geburtstagskarte. Heute Abend feiern nämlich Scully und Mulder, unsere beiden nächsten Nachbarn, ihren Geburtstag und praktischerweise sind wir eingeladen…

Die Zeit drängt

Es ist wieder passiert. Jedes Jahr um diese Zeit nehme ich mir vor, im nächsten alles anders zu machen:

  • rechtzeitig genug Geld einplanen für diverse Weihnachtsmarktbesuche
  • rechtzeitig mit allen Freunden abstimmen, wer wann wen besucht
  • rechtzeitig die Weihnachtsdeko sortieren

Und vor allem:

  • rechtzeitig an Weihnachtsgeschenke denken!

Wie jedes Jahr habe ich diese sinnvollen Vorsätze in den Wind geschossen und stehe vor dem Problem, dass mir die Zeit wegläuft. Diese Woche bleibt also noch, um meine gesamte Familie bei der Schenkerei zu berücksichtigen. Heute geht das nicht, da habe ich einen Termin zum Abendessen. Morgen geht das auch nicht, da bin ich auf dem Weihnachtsmarkt verabredet. Mittwoch vielleicht. Den Termin am Donnerstag habe ich bereits abgesagt und spätestens ab Freitag möchte ich mich in der Stadt nicht mehr aufhalten.

Das jüngst verstrichene Wochenende war – wenngleich in bester Gesellschaft – ziemlich anstrengend. Es startete am Freitagabend mit der Weihnachtsfeier im Kollegenkreis. Lecker essen, anschließend schwarzlicht-Minigolf und später der ein oder andere Umtrunk. Meine beste Freundin aus Hamburg, ihr Freund und ein weiterer Freund kamen dann am Samstag zu Besuch. Wieder lecker essen, diesmal beim städtischen Inder, dann kurz auf den historischen Weihnachtsmarkt und anschließend für den einen oder anderen Umtrunk nach Hause, was natürlich zu drei Übernachtungsgästen führte. Am nächsten Tag dann gemeinsames Frühstück und mit zweien unserer Gäste in die Therme. Ein wenig planschen und dann geradewegs in die Sauna. Entspannung pur.

Davon könnte ich gerade im Dezember viel mehr haben, aber stattdessen: Weihnachtsstress.

Freud und Leid der Winterzeit

Es war gestern Nachmittag, als handtellergroße Schneeflocken vom Himmel schwebten, ganz langsam, aber sehr zahlreich. Im Nu hatten sie alle Dächer der Marzipanstadt in Beschlag genommen. Auf der Straße blieben Menschen stehen und blickten in den Himmel hinauf, bestaunten die Wolken, die sich so ungewohnt spendabel zeigten.

Die weiße Pracht hatte die Stadt schnell im Griff und nur allmählich bemerkten die Bewohner, dass ihnen das, was gerade noch von oben kam, unlängst den Heimweg erschwerte. Das historische Kopfsteinpflaster mutierte zu glitschigen Hindernissen und die Radwege verschwanden unter einer widerspenstigen Schneedecke. Wie in jedem Jahr gelang es der städtischen Administration nicht, dem plötzlichen Winter ausreichend Personal entgegenzustellen, um die Verkehrswege rechtzeitig von der weißen Pracht zu befreien. Und so war es tatsächlich eine halsbrecherische Entscheidung, heute Morgen wider besseren Wissens das Fahrrad zu benutzen. Auf die Busse kann man sich ja leider nicht verlassen, das musste ich gestern zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen erfahren, als ich mit einer Horde Berufstätiger eine halbe Stunde lang klappernd an der Haltestelle stand, ohne, dass auch nur ein einziger Bus vorbeigekommen wäre.

Jetzt steht mein Drahtesel in der Firma, denn nach dem heutigen Bummel auf dem maritimen Weihnachtsmarkt hab ich mich doch lieber von meinem Freund auf vier Rädern abholen lassen. Inzwischen habe ich mich fast jeden Tag ins bunte Treiben gestürzt und kann bald Rostbratwurst, Burgunderbrötchen, Crêpes und Muzen nicht mehr sehen. Nur schöne Fotos sind mir bisher nicht gelungen. Da muss ich wohl nochmal hin…

Leise…

…rieselt der Schnee.

Pünktlich am ersten Dezember und wie immer heimlich, still und leise, fällt Schnee auf die Marzipanstadt. Eine puderfeine Schicht bedeckt die nachtschlafenden Dächer, die Gehwege und die Straße vor meinem Haus.

 

Saison

Die Weihnachtssaison hat begonnen, auch in der Marzipanstadt. Seit Montag leuchten bunte Sterne, Kerzenbögen und Ketten voll funkelnder Vorfreude in den Fenstern meiner Nachbarschaft. Von der Innenstadt weht der Duft  frischer Muzen und gebrannter Mandeln herüber: Es ist wieder Weihnachtsmarkt. Während am einen Ende der City ein hell erleuchtetes Riesenrad seine Runden dreht, noch weit über die historischen Mauern hinaus sichtbar, ist der Rathausplatz wieder ein einziger Markt voller Buden und Stände. Mit diesem Ziel schlendere ich durch die Fußgängerzone. Links und rechts von mir bieten Händler ihre Waren feil. Vorbei am “Bullenstall” biege ich bald rechts unter dem historischen Rathaus hindurch auf den großen Platz, geselle mich zu den vielen Menschen, die sich bereits die vielen Köstlichkeiten schmecken lassen. Hier tummeln sich Glühwein, Burgunderbrötchen, Crêpes und Bratwurst, französisch, skandinavisch und bayerisch!  Ich umrunde den ganzen Markt, streife durch jede seiner Gassen, bleibe mal hier und mal dort stehen, begrüße Bekannte, stecke meine Nase in einen Punschbecher und stille meinen Hunger an Grillständen. Über mir funkelt ein festliches Lichtermeer. Direkt hinter dem Markt, jenseits der Rathauszinnen, ragt Sankt Marien in den Nachthimmel. Zu Füßen der größten Backsteinbasilika Europas steigt würziger Rauch aus Feuerkörben und vermischt sich mit dem Duft gerösteter Maronen, Met und Punsch. Auch hier labe ich mich an verschiedenen kulinarischen Waren. Bald schon wanke ich zufrieden durch die geschmückten Altstadtstraßen zurück nach Hause, schalte meine eigene Weihnachtsbeleuchtung ein und warte auf den ersten Schnee.

Zeitraffer

Bis auf einen Konzert-Artikel habe ich hier scheinbar lange nichts Brauchbares zustande gebracht. Allerdings wirklich nur scheinbar, denn im Hintergrund habe ich zwei komplette Maus-Akkus verbraucht. So ein Blogumzug kann ziemlich aufwändig sein, was nicht zuletzt an den Bildern liegt, die sich im Laufe der Jahre so angesammelt haben. Und auch die Technik hat mich, der ich davon kaum etwas verstehe, zuweilen etwas aufgehalten und erforderte den einen oder anderen Hilferuf. Inzwischen entspricht alles so weit wie möglich meinen Vorstellungen und ich habe eine Menge dazugelernt.

Weil die letzten Wochen aber durchaus nicht ganz ereignislos waren, will ich quasi im Zeitraffer davon erzählen, während ich nebenbei eine Tüte Erdnüsse knabbere.

SKYFALL

Wie unheimlich viele andere Menschen auch haben wir inzwischen den neuesten Bond im Kino gesehen. “Skyfall” heißt er und legte vorab die Erwartungen ganz schön hoch. Obwohl uns der letzte Teil nicht so gut gefallen hat, ließen wir uns von der Euphorie anstecken und versuchten, Tickets für das erste Wochenende zu ergattern. Allerdings waren wir dafür so spät dran, dass weder in Hamburg noch in Lübeck oder Bad Schwartau Plätze frei waren. Halb so wild, wir holten das dann unter der Woche nach. Im Filmtheater am Rande der Marzipan-Innenstadt erklommen wir die steile Wendeltreppe in den am höchsten gelegenen Saal und machten es uns in der letzten Reihe roter Kuschelbänke gemütlich. Vor uns saß ein lustig-alkoholisiertes Pärchen, das sich köstlich und lautstark über alles mögliche amüsierte, nur nicht über den laufenden Film und sehr zu Lasten aller anderen. Das sind die Momente, in denen ich mich auf unser eigenes rotes Sofa im heimischen Wohnzimmer wünsche…

Den Film konnte uns das allerdings nicht vermiesen. Mir persönlich gefiel er besser als jeder andere Bond, den ich kenne.

FAMLIENBESUCH

Ich hatte übrigens Urlaub in dieser gerade auslaufenden Woche. Nur ich, ganz allein. Weil Engelchen ja noch mitten in der Probezeit steckt, musste ich auf seine Gesellschaft leider verzichten. Allerdings mangelte es mir nicht an Aktivitäten. Nach einem faulen Montag stand am Dienstag ein Werkstatttermin auf dem Programm, für den ich ziemlich früh aus den Federn musste. Ich fuhr meinen Freund zur Arbeit und machte mich kurz darauf auf den hundert Kilometer langen Weg in die Stadt mit den Hochhäusern, wo meine Winterreifen lagerten. Dort übergab ich mein blaues Auto meinem Ex-Freund, dem Mechaniker, und bekam dafür seinen weißen Sport-Flitzer. Damit flitzte ich zu meiner Schwester, meiner Nichte und meiner Mum (die meinen vor Wochen angekündigten Besuch doch glatt vergessen hat!). Meine kleine Nichte wird im kommenden Monat sechs Jahre alt und freut sich schon auf ihre Einschulung im nächsten Jahr (zu der sie mich dann auch gleich eingeladen hat).

Am Abend, als ich längst wieder zu Hause angekommen war, packte ich meine Sporttasche und meinen Badminton-Schläger und machte mich auf den Weg zur Sporthalle, um mich so richtig auszupowern.

MINI-AUFTRAG

Weil ich in dieser Woche so viel Zeit hatte, nahm ich einen kleinen Besorgungs-Auftrag von meinem Freund entgegen. Apple hat ja kürzlich sein iPad-Mini vorgestellt und jetzt ratet mal, wer ganz wild drauf war? Ich fuhr also mit dem frisch winterbereiften blauen Peugeot über die Autobahn nach Hamburg (weil in unserer Stadt wieder nichts zu holen war). Am vergangenen Samstag, auf dem Weg zum Konzert, hatten wir es im Apple-Store schon einmal versucht, aber selbst dort war das Gerät ausverkauft.

Nach einer guten Stunde stieg ich am falschen Ausgang aus der S-Bahnstation ans graue Tageslicht und stand direkt vor der Alster, während der Apple-Store hinter mir auf der anderen Straßenseite leuchtete. Ich nutzte die unerwartete Perspektive für ein Handy-Foto. Wie ungünstig für die Optik, dass sich ein Teil des Gebäudes hinter der Bahn-Station versteckt.

Im Store wurde ich von James angesprochen, einem Verkäufer in blauem Shirt. Er nahm meine Wünsche entgegen und überbrückte die Wartezeit mit nettem Smalltalk. Er kommt ursprünglich aus Seattle, lebt mittlerweile in Berlin und macht im Hamburger Apple-Store gerade ein Praktikum. Bald darauf hielt ich das Mini in Händen, zahlte mit meinem guten Namen und stieg die Stufen zur S-Bahn wieder hinunter. Auftrag ausgeführt.

Mittlerweile ist selbst das Wochenende schon wieder um. Der Sonntag hat seine graue Schale gegen einen dunkelblauen Mantel getauscht. Meinem Siebentagebart muss ich gleich mit der Klinge und einem Hemd mit dem Bügeleisen zuleibe rücken. Auch mein letzter Urlaub für dieses Jahr ist Geschichte. Aber das macht nichts. Die bevorstehenden Feiertage liegen so gut, dass da insgesamt glatt nochmal zwei Wochen bei rausspringen.

KEANE-Konzert

Die Tickets hatten wir uns bereits im Juli gesichert, gestern war es dann endlich so weit: KEANE gaben ein Konzert im Hamburger Docks. Als Konzert-Noob fand ich das alles schon im Vorwege ganz schön aufregend. Ich war bislang noch nie im Docks, das mitten auf der Reeperbahn liegt, hatte aber gehört, dass es nicht allzu groß sein soll. Dass das stimmt, davon konnte ich mich gestern Abend live überzeugen…

Am späten Nachmittag warfen mein Freund und ich uns in Schale, die gleichzeitig einigermaßen nach etwas aussehen und funktionell sein musste. Da darf nicht viel dran sein, so dass man bei steigenden Temperaturen schnell mal etwas ausziehen kann, ohne sich gleich wieder bis zur Garderobe durchkämpfen zu müssen. Taschen und sonstiger Klimbim sind im Gedränge vor der Bühne auch unpraktisch. Nach ein paar Mal an- und ausziehen waren wir schließlich zufrieden und verabschiedeten uns von den Katern, die sich sicher darauf freuten, wieder ihre Ruhe zu haben.

Der Weg über die Autobahn nach Hamburg war so unbeschwert, wie lange nicht mehr. Sämtliche Baustellen, die den Verkehr über viele Monate gehemmt hatten, sind verschwunden. Manche Schilder scheinen dort allerdings vergessen worden zu sein, denn warum sonst sollte man auf einer nagelneuen dreispurigen Autobahn nicht schneller als achtzig fahren dürfen? Sei’s drum, wir kamen unbehelligt in der großen Hansestadt an, parkten den blauen Wagen und stiegen in die S-Bahn um, die uns flugs zum Jungfernstieg brachte. Ganz kurz nur wollte mein Freund nämlich in den Apple-Store springen um sich – und auch das nur vielleicht – das iPad-mini zu kaufen. Wir stiegen also die gläsernen Stufen hinauf und sprachen eine muntere Verkäuferin in blauem Shirt an. Sie schickte uns freudestrahlend ins Erdgeschoss zurück und schürte die Hoffnung meines Freundes, dass noch Geräte verfügbar seien. Zurück im Erdgeschoss gelang es nur mit Verzögerung, einen nicht ganz so sympathischen Store-Angestellten zu erwischen. Als der uns mitteilte, dass alle Minis für heute ausverkauft wären, sank er in der Gunst meines Freundes noch ein gutes Stückchen weiter…

Nur kurze Zeit später verließen wir die nächste S-Bahn an der Reeperbahn. Hamburgs sündige Meile erstrahlte angesichts fortschreitender Uhrzeit bereits in diversen Rottönen, während die Trottoirs von unzähligen Menschen auf der Suche nach multiplen Möglichkeiten des abendlichen Entertainments bevölkert waren. Das Docks liegt nur wenige Schritte von der Davidwache und Schmidt’s Theater entfernt und ist im Vergleich mit diesen beiden Etablissements äußerlich eher unscheinbar. Brav reihten wir uns in die Warteschlange ein, die uns zum Glück nicht allzu lange aufhielt. Am Eingang wurden wir scheinbar gründlich abgetastet und sogleich hineingelassen. Da die meisten nach links zu den Örtlichkeiten und der Garderobe abbogen, nutzten wir die Gunst der Stunde, die Location zu unserer Rechten direkt zu betreten, um Stehplätze so weit vorne wie möglich zu ergattern. Als wir in den Saal traten, wurde uns klar, dass “ganz vorne” sich nicht wesentlich von “ganz hinten” unterschied. Das Konzert versprach also, eher familiär zu werden. Ganz vorn befand sich natürlich die Bühne, auf der in blauem Licht schon allerlei Instrumentarien standen. Auf der linken Seite fand sich eine hübsche kleine Bar. Die Decke zierte ein farbenfrohes Oberlicht, durch das am spätherbstlichen Abend natürlich kein Licht mehr fiel. Hinter uns, über dem Aus- bzw. Eingang konnten wir die Galerie ausmachen, auf der schon ein paar Konzertbesucher Stellung bezogen hatten, um dem Geschehen von oben beizuwohnen.

Nach einer Stunde, in der Zeit war, den Einlass, die Garderobe und alles Weitere zu regeln, trat die Vorband auf, deren Namen “Zulu Winter” wir erst viel später erfuhren. Ich fand sie gar nicht schlecht, wenngleich die Sound-Qualität ziemlich übel war. Der Lead-Sänger war mir allerdings ziemlich unsympathisch und wedelte die meiste Zeit affektiert mit seinen Händen herum, sein Bandkollege am zweiten Mikro war da schon eher was für’s Auge (beim Konzert geht es ja schließlich nicht nur um die Ohren). Zulu Winter heizten so in etwa eine halbe Stunde lang ein und legten an die darauffolgende Vorbereitung für KEANE eifrig selbst Hand an. Als alles für die Band aus England vorbereitet war,  konnte die Show also endlich richtig losgehen. Die Temperatur war inzwischen um einige Grad nach oben geklettert.

Zulu Winter – die Vorgruppe

Frontmann Tom Chaplin eröffnete die Show kraftvoll, mit sicherer Stimme und in gleißendem Bühnenlicht. Da wir recht weit vorn standen, befanden wir uns quasi mitten zwischen den Hardcore-Fans, von denen einige anscheinend aus England angereist waren, um ihren Idolen so nah zu sein. Entsprechend euphorisch war die Stimmung. Da ich – wie ich ein wenig beschämt gestehen muss – die Songtexte nicht kannte, blieb den Umstehenden ein lautstarker Gesang meinerseits erspart (was man von meinem Freund nicht behaupten kann). Obwohl ich mich bei KEANE überhaupt nicht auskenne, kamen mir immerhin eine ganze Reihe von Stücken schließlich doch sehr bekannt vor, immerhin gibt es die Band seit 1997. Es dauerte ein wenig, bis mich die Stimmung ergreifen und mitreißen konnte. Einige Leute waren doch sehr seltsam, überaus egoistisch und nicht selten mit ausgefahrenen Ellenbogen unterwegs, um sich noch weiter vorzuwühlen. Eine handvoll Jugendlicher ging dabei besonders rabiat vor, was dazu führte, dass sie während des zweiten Songs von den Sicherheitskräften beherzt herausgezogen und vor die Tür gesetzt wurden. Danach wurde das Gerangel ein wenig entspannter und das Konzert letztlich zu einem echten Vergnügen. Dass selbst die Band Spaß hatte, war den Jungs deutlich anzusehen und am Ende gaben sie unter anhaltendem Applaus drei oder vier Zugaben.

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Mit rauschenden Ohren, glücklich, erschöpft und ziemlich hungrig reihten wir uns wieder einmal in eine lange Schlange ein, um unsere Garderobenmarke gegen zwei Jacken einzutauschen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in einer Burger-Bar ließen wir uns von der S-Bahn wieder zu unserem Auto fahren, das in strömendem Regen in einer Seitenstraße auf uns wartete.